Inhalt:
Technischer Betriebswirt
Konzept: Ausbildungsgang Technische(r) Betriebswirt/-in (HWK)
Vorbemerkungen
Ziele
Zugangsvoraussetzungen
Ausbildungsberufe
Zeitlicher Ablauf
Inhalte des Ausbildungsganges
Kosten
Zusammenfassung
1. Vorbemerkungen
Laut Statistik stehen in den nächsten 10 Jahren in Schleswig-Holstein über 7.500 Betriebe zur Übergabe aus Altersgründen an. Da es dem Handwerk an ausgebildetem Führungsnachwuchs fehlt, reagiert die Handwerkskammer Lübeck mit dem Angebot des Ausbildungsganges zum Technische(n) Betriebswirt/-in (TBW) über die Handwerkskammer (HWK).
2. Ziele
Durch die Verzahnung einer handwerklichen Ausbildung mit einer anspruchsvollen betriebswirtschaftlichen und technischen Qualifikation werden gute Karrierechancen geboten und ein breites Angebot an Einsatzmöglichkeiten wird geschaffen.
Der Bedarf an Führungsnachwuchs im Handwerk soll gedeckt werden.
Ein früherer Einstieg in das Berufsleben mit guten Karrierechancen im mittelständischen (Handwerks-) Unternehmen wird ermöglicht.
Die Teilnehmer des Ausbildungsganges zum/zur Technischen Betriebswirt/-in können schon während dieser vierjährigen Ausbildungszeit eine enge Bindung zum Unternehmen aufbauen, wodurch die Einarbeitung und eine eventuelle Übernahme erleichtert werden.
3. Zugangsvoraussetzungen
Der Ausbildungsgang richtet sich an Schulabsolventen mit (Fach-) Abitur oder sehr gutem Realschulabschluss, die ein technisches und betriebswirtschaftliches Interesse, praktische Fähigkeiten, gute Leistungsfähigkeit und eine ausgeprägte Motivation mitbringen.
Es muss ein geeigneter Ausbildungsplatz vorhanden sein.
4. Ausbildungsberufe
Ausbildungsberufe sind alle handwerklichen Berufe, besonders jedoch:
Elektroniker/-in
Die berufliche Fachbildung findet in den Schwerpunkten Energie- und Gebäude-Technik, Automatisierungstechnik und Informations- und Telekommunikationstechnik statt. Elektroniker/-innen sind bei der Errichtung und im Service von elektrischen Anlagen tätig.
Kraftfahrzeugmechatroniker/-in
Die berufliche Fachbildung findet in den Schwerpunkten Personenkraftwagentechnik, Nutzfahrzeugtechnik, Motorradtechnik und Fahrzeugkommunikationstechnik statt. Kraftfahrzeugmechatroniker sind tätig bei der Wartung und Reparatur von Kraftfahrzeugen aller Art.
Anlagenmechaniker/-in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
Die Anlagenmechaniker/-innen Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sind gefragte Fachleute beim Bau von Heizungs- und Belüftungsanlagen, von Bädern und anderen versorgungstechnischen Anlagen sowie bei der Wartung und Instandsetzung.
Metallbauer/-in
Die Ausbildung erfolgt in einer der folgenden Fachrichtungen:- Konstruktionstechnik- Metallgestaltung. Arbeitsgebiete sind: Herstellung, Instandhaltung und Monatage von Metall- und Stahlbaukonstruktionen, metallgestalterischen Gegenständen und Restaurierung von Schmiedeerzeugnissen.
Feinwerkmechaniker/-in
Die berufliche Fachbildung findet in den Schwerpunkten Maschinenbau, Feinmechanik und Werkzeugbau statt. Feinwerkmechaniker/-innen sind in der Herstellung und Instandhaltung von Maschinen, Geräten, Systemen und Anlagen sowie von Produkten der Stanz-, Schnitt- und Umformtechnik sowie im Vorrichtungs- und Formenbau tätig. Sie sind Fachleute für die Präzisionsgeräte des Werkzeug- und Maschinenbaus.
Tischler
Die berufliche Fachbildung findet in den Schwerpunkten Möbelbau, Fensterbau oder Innenausbau statt. Tischler stellen Möbel, Türen und Fenster aus Holz und Holzwerkstoffen her oder führen Innenausbauten durch. Sie üben ihre Tätigkeit in der Werkstatt, im Lager aber auch auf Baustellen aus. Montagearbeiten führen sie oft direkt beim Kunden durch
5. Zeitlicher Ablauf
Der Ausbildungsgang startet im August/September des 1. Ausbildungsjahres im gewünschten Beruf und parallel, berufsbegleitend mit dem/ der Technischen Betriebswirt/-in (HWK). Dieser findet über die Handwerkskammer (HWK) u.a. samstags und im Blockunterricht während der Ferien statt.
Bis zur Gesellenprüfung des Ausbildungsberufes werden mehrere Teilprüfungen sowohl im Ausbildungsberuf als auch in dem/der Technischen Betriebswirt/-in (HWK) abgelegt.
Nach bestandener Gesellenprüfung, nach 3- 3,5 Jahren (für Abiturienten besteht die Möglichkeit der Verkürzung), wird der Ausbildungsvertrag zu einem befristeten Arbeitsverhältnis für die verbleibende Ausbildungszeit zum/zur Technischen Betriebswirt/-in (HWK).
Die letzte Prüfung wird nach einer Dauer von 4 Jahren abgelegt und der/die Absolvent/-in erhält den Titel Technische(r) Betriebswirt/-in (HWK) des jeweiligen Ausbildungsberufes.
6. Inhalte des Ausbildungsganges
Volks- und Betriebswirtschaft 368 UStd
Management und Informationstechniken 320 UStd
Projektarbeit 80 UStd
Recht und Steuern 168 UStd
Wirtschaftsenglisch 104 UStd
Technische Zusatzqualifikation 120 UStd
Ausbildung der Ausbilder nach AEVO 120 UStd
Gesamtdauer 1.280 UStd
Die Teilnehmer legen während des Ausbildungsganges die Ausbildereignungsprüfung nach AEVO ab, so dass sie sich später den Teil 3 und 4 der Meisterprüfung anerkennen lassen können.
7. Kosten
Die Kosten des Ausbildungsganges des/ der Technischen Betriebswirtes/-in (HWK) betragen 150 € je Monat ab Ausbildungsbeginn zzgl. Prüfungsgebühren und Lernmittel.
Idealerweise teilen sich der Betrieb und der Auszubildende diese Kosten. Es ist auch möglich, dass der Betrieb oder der Auszubildende die Kosten allein übernimmt.
8. Zusammenfassung
Das TBW-Kurzstudium mit integrierter Berufsausbildung geht über einen Zeitraum von 4 Jahren. Es umfasst 1.280 Unterrichtsstunden für den TBW, die sich auf diese Zeit verteilen.
Die theoretische Unterweisung des Ausbildungsberufes erfolgt in der Berufsschule und durch überbetriebliche Lehrgänge über die Dauer der Ausbildung von 3- 3,5 Jahren.
Dieser Ausbildungsgang verzahnt die handwerkliche Ausbildung mit einer hoch anspruchsvollen Fortbildung der betriebswirtschaftlichen und technischen Qualifikationen.
In kurzer Zeit schaffen sich die zum TBW (HWK) Ausgebildeten gute Karrierechancen mit vielen Einsatzmöglichkeiten. Sie können die Anforderungen moderner Handwerksbetriebe erfüllen und diese in ihren vielseitigen Aufgaben unterstützen, um zu deren Erfolg am Marktgeschehen beizutragen.
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