Das Handwerk in Deutschland

 

Das Handwerk ist der vielseitigste und einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren in der Bundesrepublik Deutschland. Er bildet mit seinen vorwiegend kleinen und mittleren Betrieben das Kernstück der deutschen Wirtschaft: In rund 947.000 Betrieben in Deutschland arbeiten mehr als 4,7 Millionen Menschen, fast 480.000 Lehrlinge erhalten dort eine qualifizierte Ausbildung in einem der 151 handwerklichen Ausbildungsberufe. Damit sind 12,4% aller Erwerbstätigen und 30,7% aller Auszubildenden in Deutschland im Handwerk tätig. Das Handwerk erwirtschaftet 9% des Bruttoinlandsproduktes und ist damit nach der Industrie der zweitgrößte Wirtschaftszweig der Bundesrepublik.

 

Generell ist das Handwerk ein Berufsstand und/oder eine gewerbliche Tätigkeit, bei der eine Dienstleistung oder ein Produkt unmittelbar für den Verbraucher hergestellt wird. Es steht damit im Gegensatz zur industriellen Massenproduktion. Auf eine genaue Definition des Handwerks hat der Gesetzgeber verzichtet und es auch nicht - wie es in anderen europäischen Ländern üblich ist - auf bestimmte Betriebsgrößen festgelegt. Die Zugehörigkeit zum Handwerk wird in der Bundesrepublik also weder durch die Betriebsgröße noch durch die Zahl der Beschäftigten oder durch die Höhe des Umsatzes bestimmt. Erfüllt ein Betrieb die Voraussetzungen nach dem Gesetz zur Regelung des Handwerks (Handwerksordnung/HWO), wird er in die Handwerksrolle, die die Handwerkskammer führt, eingetragen.

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