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Teilnahme an der ÜLU

Auf dieser Seite erhalten Betriebe und Auszubildende Informationen über den Ablauf der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU): Wie erfolgt die Anmeldung zur ÜLU? Wo findet die ÜLU statt? Ist die Teilnahme Pflicht? Und was lernen Auszubildende eigentlich in der ÜLU?

Inhalte dieser Seite

Ansprechpartnerin

Katrin Heymann

Sekretärin, Geschäftsführung

Telefon: 0451 1506-244
Fax: 0451 1506-274
kheymann@hwk-luebeck.de

Was lernen Auszubildende in der ÜLU?

Die erfahrenen und speziell geschulten ÜLU-Ausbilder vermitteln in den Kursen Fertigkeiten und Kenntnisse, die laut Ausbildungsrahmenplan zu einem Beruf gehören, in vielen handwerklichen Betrieben aber nicht vollständig abgedeckt werden können. Die Jugendlichen werden sowohl in berufsspezifischen als auch fachübergreifenden, allgemeinen Bereichen (wie Arbeitssicherheit und Unfallverhütung) auf den neuesten Kenntnisstand gebracht. In den Grundstufenkursen üben die Lehrlinge am Beispiel von einfachen Kundenaufträgen Arbeitsabläufe zu organisieren, Arbeitsaufträge fachgerecht auszuführen und am Ende auch zu kontrollieren und zu beurteilen. In den Fachstufenkursen geht es dann um die sichere Handhabung von anspruchsvollen Kundenaufträgen unter Anwendung von "Hightech" und Spezialtechniken.

Das breitgefächerte Kursangebot für die ÜLU wird durch das Heinz-Piest-Institut (HPI) bundeseinheitlich konzipiert. In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachverbänden erarbeitet das HPI die Inhalte und Dauer der ÜLU. Daraus entstehen je Ausbildungsberuf unterschiedliche Unterweisungspläne. Sie legen alle Kurinhalte fest und stellen so auch in der ÜLU das hohe Ausbildungsniveau bundesweit sicher. Im Jahr 2020 umfasste das bundeseinheitliche Lehrgangsangebot für die ÜLU circa 460 anerkannte Unterweisungspläne. Davon entfallen rund 100 auf die Grundstufe und rund 360 auf die Fachstufe.

Wenn Sie wissen möchten, welche Fähigkeiten in der ÜLU in einem bestimmten Ausbildungsberuf erlernt werden, können Sie die entsprechenden Unterweisungspläne samt Ausbildungsinhalten auf der Internetseite des HPI einsehen und herunterladen.

Ist die Teilnahme an der ÜLU Pflicht?

Es gibt sowohl Pflicht- als auch freiwillige Lehrgänge. Vor jedem Lehrgang wird den ausbildenden Betrieben ein ÜLU-Einladungsschreiben per Post zugesendet, in dem unter anderem steht, ob es sich bei dem jeweiligen Lehrgang um einen Pflichtlehrgang handelt. Für die Teilnahme an Pflichtlehrgängen muss der Ausbildungsbetrieb seine Lehrlinge freistellen. Der Besuch von Pflichtlehrgängen gehört zu den Voraussetzungen für die Anerkennung einer ordnungsgemäßen Ausbildungszeit.

Wie erfolgt die Anmeldung zur ÜLU?

Ausbildende Betriebe erhalten spätestens sechs Wochen vor Beginn eines ÜLU-Lehrgangs eine Einladung für ihre Auszubildenden. In diesem Einladungsschreiben finden Betriebe und Auszubildende weitere Informationen zu Lehrgangsdauer, Lehrgangsort, Inhalten sowie den Namen des Lehrgangleiters. Im Schreiben finden Sie bei Bedarf auch die Kontaktdaten eines Ansprechpartners, der Ihnen weitere Fragen beantworten kann. Falls erforderlich erhält das Schreiben auch weitere wichtige Informationen, zum Beispiel über erforderliche Arbeitskleidung oder die Möglichkeit einer Internatsunterbringung.

Alle weiteren Informationen hierzu können Sie dem Einladungsschreiben entnehmen.

Wo findet die ÜLU statt?

Die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung wird überwiegend in Bildungsstätten des Handwerks durchgeführt. Diese werden von Kammern, Innungen, Kreishandwerkerschaften oder Fachverbänden getragen und bilden damit die verlängerte Werkbank der Ausbildungsbetriebe. In ganz Deutschland gibt es 600 Bildungsstätten für die ÜLU. Zur Handwerkskammer Lübeck gehören drei große Berufsbildungsstätten an den Standorten Elmshorn, Kiel und Travemünde.

In den drei Berufsbildungsstätten können Lehrlinge an fast 800 Werkstattplätze sowie weiteren 242 Theorieplätzen die Fertigkeiten und Fachkenntnisse ihres Ausbildungsberufes erwerben bzw. vertiefen. Sie werden dabei von 55 hauptamtlichen Ausbildern intensiv trainiert. Fortbildungen und herstellerbezogene Produktschulungen halten die Lehrmeister stets auf dem Laufenden. Der Unterricht findet in Kleingruppen statt, um eine optimale Lehrsituation sicherzustellen: Durchschnittlich nehmen an den ÜLU-Kursen elf Lehrlinge teil.

Allerdings werden nicht alle Lehrlinge in den Berufsbildungsstätten unterrichtet. Andere Träger wie zum Beispiel Innungen verfügen auch über eigene Lehrorte. Zudem kann die ÜLU aus Kostengründen nicht für jeden Ausbildungsberuf in jeder Region angeboten werden. Der Standort des ÜLU-Unterrichts wird Betrieben und Auszubildenden vor Lehrgangsstart mitgeteilt. Betriebe oder Auszubildende, die bereits im Vorfeld einer Ausbildung genauere Informationen über den Standort des ÜLU-Unterrichts in einem Ausbildungsberuf wünschen, hilft Karin Heymann, Sekretärin der Geschäftsführung, gerne weiter.

Wann findet die ÜLU statt und wie lange dauert sie?

Zeitpunkt, Organisation und Dauer des ÜLU-Unterrichts ist von Ausbildungsberuf zu Ausbildungsberuf unterschiedlich. Der ÜLU-Unterricht kann zum Beispiel als Wochenblockunterricht oder an einzelnen Tagen stattfinden. Darüber entscheiden die Bildungsträger unter Berücksichtigung vieler unterschiedlicher Faktoren – etwa in Abstimmung mit den Berufsschulen oder mit Blick auf das Einzugsgebiet der Teilnehmer.

Auch die Gesamtdauer des ÜLU-Unterrichts variiert zwischen den Ausbildungsberufen. Der Unterricht kann von einem einwöchigen Kurs bis hin zu 33 Wochen dauern. Maßgeblich hängt dies von den Anforderungen an den jeweiligen Ausbildungsberuf ab. Die Entscheidung über die erforderliche Dauer der ÜLU in einem bestimmten Ausbildungsberuf trifft das Heinz-Piest-Institut zusammen mit den jeweiligen Fachverbänden.

Vor jedem ÜLU-Lehrgang erhalten die Ausbildungsbetriebe ein Einladungsschreiben für ihre Lehrlinge, in dem sich alle Informationen befinden.

Welche Kosten entstehen für Betriebe und Azubis?

Lehrgangsgebühren für Betriebe

Die ÜLU wird zu einem großen Anteil über Zuschüsse (Link auf Seite 1: „So wird die ÜLU gefördert“) von Bund und Ländern sowie aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert. Es verbleibt jedoch ein Eigenanteil für ausbildende Betriebe: Diese Kursgebühren können der „Gebührenregelung zur Ausbildungsvorschrift für die überbetriebliche Ausbildung von Handwerkslehrlingen im Bezirk der Handwerkskammer Lübeck“ entnommen werden.

Fahrtkosten im HVV

Seit 2021 gibt es das BonusTicket für Azubis (HVV). Mit diesem Ticket können Auszubildende für 30 Euro im Monat im HVV-Gesamtnetz fahren. Voraussetzung ist ein Ausbildungsplatz in den Kreisen Pinneberg, Segeberg, Herzogtum Lauenburg oder Stormarn. Außerdem muss der Ausbildungsbetrieb einen Zuschuss gewähren.

Unterbringung & Verpflegung – Zuschüsse vom Land beantragen

Die Kosten für Unterbringung und Verpflegung werden durch Zuschüsse von Land und Bund gefördert. Es verbleibt jedoch ein Eigenanteil für Auszubildende, die während ihrer Ausbildungsmaßnahmen zum Beispiel eine Unterbringung im Internat der Handwerkskammer Lübeck in Anspruch nehmen. Die Kosten für diese Unterbringung können der Gebührenregelung für die ÜLU entnommen werden.

Für Auszubildende mit Wohnort und Ausbildungsbetrieb in Schleswig-Holstein hat das Land seit 2021 zudem Zuschüsse zu den Unterbringungskosten bei notwendiger auswärtiger Unterkunft erlassen: Sie können einen einmaligen Zuschuss in Höhe von bis zu 350 Euro für die auswärtige Unterbringung während des (Block-)Schulbesuches erhalten. Hierfür muss ein Antrag beim Schleswig-Holsteinischen Institut für berufliche Bildung (SHIBB) gestellt werden. Weitere Informationen sowie das Antragsformular finden Sie auf der Website des Landes Schleswig-Holstein.