Logo der Handwerkskammer Lübeck

April 2019| Umgang mit UV-Strahlung bei Tätigkeiten im Freien

Der Ausschuss für Arbeitsmedizin (AfAMed) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) hat am 30. Mai 2018 eine Empfehlung verabschiedet, die arbeitsmedizinische Vorsorgeverordnung (ArbMedVV) um eine obligatorische ärztliche Pflichtvorsorge für regelmäßige Tätigkeiten im Freien mit besonders intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung und um eine Angebotsvorsorge für regelmäßige Tätigkeiten im Freien mit intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung, zu ergänzen.

Die Einführung der empfohlenen Pflichtvorsorge konnte durch Abschluss einer Sozialpartnervereinbarung "Umgang mit UV-Strahlung bei Tätigkeiten im Freien" der Bau- und Landwirtschaft (vorerst) abgewendet werden. Im Rahmen der Vereinbarung haben sich die Sozialpartner darauf verständigt, die Arbeitgeber aufzufordern, den im Freien Beschäftigten die Durchführung einer Vorsorge im Hinblick auf natürliche UV-Strahlung anzubieten. Als Kriterium für die Durchführung einer Angebotsvorsorge ist folgende solare UV-Exposition vorgesehen:

  • arbeitstäglich mindestens 1 Std. an mindestens 40 % der Arbeitstage
  • von April bis September
  • zwischen 10:00 Uhr und 15:00 Uhr

Das Angebot soll einmal pro Kalenderjahr unterbreitet werden.

Das BMAS plant die ArbMedVV nunmehr lediglich um die Angebotsvorsorge zu erweitern und auf die Einführung einer Pflichtvorsorge vorerst zu verzichten. Zudem ist aber eine zeitnahe Evaluation bezüglich der Umsetzung der Angebotsvorsorge geplant. Ob auch in Zukunft von der Einführung einer Pflichtvorsorge abgesehen wird, wird wesentlich davon abhängen, ob die Angebotsvorsorge flächendeckend umgesetzt wird.

Angebotsvorsorge ist arbeitsmedizinische Vorsorge, die der Arbeitgeber bei bestimmten gefährdenden Tätigkeiten anzubieten hat. Diese Tätigkeiten sind abschließend im Anhang der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) aufgeführt. Der Arbeitgeber muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung prüfen, ob die in der ArbMedVV genannten Voraussetzungen auf die von ihm zu beurteilenden Tätigkeiten der Beschäftigten zutreffen oder nicht. Wenn die dort normierten Tatbestandsvoraussetzungen vorliegen, muss der Arbeitgeber den Beschäftigten die entsprechende arbeitsmedizinische Vorsorge anbieten. Das Nichtanbieten oder nicht rechtzeitige Anbieten einer Angebotsvorsorge durch den Arbeitgeber ist bußgeld- und unter bestimmten Umständen sogar strafbewehrt. Für die Beschäftigten ist die Teilnahme an der Angebotsvorsorge freiwillig.

Ansprechpartner

Tel.: 0451 1506-195
Fax: 0451 1506-262
rechtsauskunft(at)hwk-luebeck.de 

Ulf Grünke (Abteilungsleiter)
Ines von Jagow
Nikoline Lafrenz