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Aktuelle Corona-Regelungen für Handwerksbetriebe

Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Corona-Regelungen von Handwerksbetrieben in Schleswig-Holstein einzuhalten sind.

Ansprechpartner

Rechtsauskunft
Ulf Grünke (Abteilungsleiter)
Ines von Jagow
Nikoline Lafrenz
Telefon: 0451 1506-195
E-Mail: rechtsauskunft(at)hwk-luebeck.de

Corona-Regelungen

Die Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes wurde angepasst und gilt vom 26. Juli 2021 bis 22. August 2021. Mit Inkrafttreten der neuen Corona-Bekämpfungsverordnung entfällt nunmehr für Handwerksbetriebe mit Gastronomiebereich die Testpflicht von Besuchern auch im Innenbereich. Darüber hinaus ändert sich inhaltlich für die betriebliche Tätigkeit der allermeisten Gewerke nichts. Insbesondere das Abstandsgebot und die Maskenpflicht gelten unverändert weiter. Die körpernahen Dienstleistungen sind allesamt nach wie vor ohne Nachweis eines negativen Testergebnisses erlaubt. Sofern der Kunde keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen kann (z. B. bei Tätigkeiten am Gesicht) hat der Dienstleister eine Maske des Standards FFP2 oder eine vergleichbare höherwertige Mund-Nasen-Bedeckung ohne Ausatemventil zu tragen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Infektionslage, werden zudem die Kontaktbeschränkungen weiter gelockert. Künftig dürfen sich 25 Personen treffen. Kinder unter 14 Jahren sowie Genesene und Geimpfte werden nicht mitgezählt.

Grundsätzliches zu den Rechtsgrundlagen

Handwerksbetriebe in Schleswig-Holstein müssen die geltenden Landesbestimmungen beachten. Zu den Landesbestimmungen gehören die Erlasse und die Corona-Bekämpfungsverordnung, welche zunächst bis zum 22.08.2021 in Kraft ist. In besonderen Situationen können die Kreise und kreisfreien Städte unabhängig davon mit Allgemeinverfügungen auf aktuelle Entwicklungen des Infektionsgeschehens reagieren.

Dienstleister und Handwerker allgemein

Die Erbringung von handwerklichen Dienstleistungen ist grundsätzlich weiterhin zulässig. Wie bisher schon, sind von allen Handwerksbetrieben Abstandsgebot, Kontaktbeschränkungen und allgemeine Hygieneregeln einzuhalten.

Von allen Betrieben ist der Arbeitsschutzstandard der jeweiligen Berufsgenossenschaften zu beachten und bei Beschäftigung von Arbeitnehmern auch die Arbeitsschutzverordnung einzuhalten. Weitere Infos zur Arbeitsschutzverordnung finden Sie auf unserer Seite zu Verhaltensregeln.

Beschränkungen durch Corona-Regeln gibt es insbesondere für die nachfolgenden drei Gruppen.

  • Betriebe bei Dienstleistungen mit Körperkontakt (z.B. Friseur, Fußpflege, Kosmetik, Maßschneider, Änderungsschneider, Gesundheitshandwerk und ggf. Fotografen),
  • Betriebe mit Ladengeschäft (z.B. Kfz- und Fahrradläden, Goldschmiede, Uhrmacher)
  • Betriebe mit Gastronomie (z.B. Bäcker, Konditoren, Fleischer)

Geimpfte, Genesene und Getestete: Gleichstellung und Erleichterungen

Durch die COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung gibt es Erleichterungen für Personen, die gegen Corona geimpft sind und für Personen, die an Corona erkrankt waren und genesen sind. Zum einen gelten für sie die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen nicht mehr. Damit werden sie zum Beispiel bei privaten Zusammenkünften nicht mehr mitgezählt. Auch nächtliche Ausgangsbeschränkungen entfallen für diese Personengruppen. Zum anderen werden bei bestimmten Corona-Regelungen, bei denen ein negativer Test Voraussetzung ist, Geimpfte und Genesene mit negativ Getesteten gleichgestellt. Damit müssen sie also kein aktuelles negatives Testergebnis vorweisen.

Wichtiger Hinweis: Maskenpflicht und Abstandsgebot gelten weiterhin – auch bei geimpften, genesenen und getesteten Personen. Zudem gelten auch weiterhin alle Vorgaben in Hygiene- und Schutzkonzepten.

Welche Personen gelten als geimpft?

  • Die Person darf keine typischen Symptome oder sonstigen Anhaltspunkte für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 aufweisen (Atemnot, neu auftretender Husten, Fieber und Geruchs- oder Geschmacksverlust);
  • Geimpfte müssen einen Nachweis für einen vollständigen Impfschutz vorlegen – zum Beispiel den gelben Impfpass oder einen digitalen Impfnachweis;
  • Impfnachweise können in deutscher, englischer französischer, italienischer oder spanischer Sprache – jeweils auch in digitaler Form – vorgelegt werden
  • Je nach Impfstoff bedarf es ein oder zwei Impfungen für einen vollständigen Schutz (siehe Liste des Paul-Ehrlich-Instituts);
  • UND: Seit der letzten erforderlichen Einzelimpfung müssen mindestens 14 Tage vergangen sein.

Welche Personen gelten als genesen?

  • Die Person darf keine typischen Symptome oder sonstigen Anhaltspunkte für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 aufweisen (Atemnot, neu auftretender Husten, Fieber und Geruchs- oder Geschmacksverlust);
  • Genesene müssen einen Nachweis über einen positiven PCR-Test (medizinische Labordiagnostik, keine Antikörpertests, keine Selbsttests) vorlegen – zum Beispiel die Bestätigung vom Labor;
  • Genesenennachweise können in deutscher, englischer französischer, italienischer oder spanischer Sprache – jeweils auch in digitaler Form – vorgelegt werden
  • UND: Der zugrundeliegende Test liegt mindestens 28 Tage und maximal sechs Monate zurück.

Welche Personen gelten als getestet?

Die Person darf keine typischen Symptome oder sonstigen Anhaltspunkte für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 aufweisen (Atemnot, neu auftretender Husten, Fieber und Geruchs- oder Geschmacksverlust) und muss einen Nachweis über einen negativen Test vorlegen. Es sind grundsätzlich drei verschiedene Testverfahren zu unterscheiden:

  • Selbsttest (Antigen-Test zur Eigenanwendung)
    Antigen-Selbsttests sind von den Kunden vor Ort unter Aufsicht des Dienstleistenden durchzuführen. Selbsttests, die vor der Inanspruchnahme der Dienstleistung ohne Aufsicht gemacht wurden, sind für einen Nachweis nicht zulässig.

  • PoC-Antigen-Test (Antigen-Test zur professionellen Anwendung)
    PoC-Antigen-Tests sind Schnelltests, die von geschultem Personal entnommen und ausgewertet wird (zum Beispiel in einer Teststation, in einer Apotheke oder bei einem Arzt). Bei einem PoC-Antigen-Test darf das Testergebnis maximal 24 Stunden alt sein.

  • PCR-Test (Labortest)
    Beim PCR-Test entnimmt Fachpersonal eine Probe aus dem Nasen- oder Rachenraum (bei Ärzten und in einigen Teststationen). Die Auswertung erfolgt im Labor. Das PCR-Testergebnis darf maximal 24 Stunden alt sein.

Es reicht eine bloße Sichtkontrolle des Testergebnisses – es müssen keine Daten aufgenommen oder Kopien gemacht werden. Die Testnachweise bei PCR- und PoC-Antigen-Test müssen in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache in gedruckter oder digitaler Form vorliegen.

Kinder unter 6 Jahren, die keine typischen Symptome oder sonstigen Anhaltspunkte für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 aufweisen (Atemnot, neu auftretender Husten, Fieber und Geruchs- oder Geschmacksverlust) gelten als „getestete Personen“ und benötigen daher keinen Testnachweis.

Dienstleistungen mit Körperkontakt

Je nach der Art von einer körpernahen Dienstleistung kommt es durch die Landesregelungen zu Beschränkungen. Es wird danach differenziert, ob die Kunden bei der Dienstleistung eine Maske tragen können.

Körpernahe Dienstleistungen, bei denen der Kunde eine Maske trägt

Bei vielen körpernahen Dienstleistungen kann der Kunde eine Maske tragen, zum Beispiel bei den meisten Friseurdienstleistungen (mit Ausnahme von Bartpflege und Make-up), bei der Fußpflege, bei Dienstleistungen der meisten Gesundheitshandwerke wie beispielsweise die der Augenoptiker sowie bei Dienstleistungen von Maß- und Änderungsschneidern. Kunde und Dienstleister müssen medizinische oder höherwertige Masken tragen. Die Maskenpflicht für Kunden und Dienstleister gilt unabhängig davon, ob sie geimpft, genesen oder getestet sind. Es bleibt bei den grundsätzlichen Hygienebestimmungen, die den Betrieben aus den vergangenen Monaten bereits bekannt sind (z.B. Hygienekonzept, sofern möglich Abstandsgebot, regelmäßiges Lüften, Handdesinfektion im Eingangsbereich). Auch die Kontaktdaten der Kunden sind weiterhin zu dokumentieren.
Seit 28. Juni: Es ist nicht mehr notwendig, dass der Kunde geimpft, genesen oder getestet ist.

Körpernahe Dienstleistungen, bei denen der Kunde keine Maske trägt

Kann der Kunde bei der Dienstleistung keine Maske tragen, so hat der Dienstleister eine höherwertige Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, sofern kein ausreichender Abstand zum Kunden eingehalten werden kann. Die höherwertige Mund-Nasen-Bedeckung (mindestens FFP2-Standard) darf kein Ausatemventil haben. Dies trifft zum Beispiel zu für Kosmetiker (mit Ausnahme von Fußpflege) und Zahntechniker sowie gegebenenfalls für Fotografen und Hörakustiker. Darüber hinaus bleibt es bei den grundsätzlichen Hygienebestimmungen, die den Betrieben aus den vergangenen Monaten bereits bekannt sind (z.B. Hygienekonzept, sofern möglich Abstandsgebot , regelmäßiges Lüften, Handdesinfektion im Eingangsbereich). Auch die Kontaktdaten der Kunden sind weiterhin zu dokumentieren.
Seit 28. Juni: Es ist nicht mehr notwendig, dass der Kunde geimpft, genesen oder getestet ist.

Handwerksbetriebe mit Verkaufsbereich (Ladengeschäft)

Für Betriebe mit Ladengeschäft (z.B. Fahrrad- und Kfz-Werkstatt, Goldschmiede, Uhrmacher, Fotostudio, Raumausstatter) gelten für den Verkaufsbereich dieselben Regelungen, die für den Einzelhandel aufgestellt wurden.

Ladengeschäfte dürfen geöffnet haben. Seit 28. Juni: Die Personenbegrenzung auf bestimmte Quadratmeterflächen ist entfallen.

Es bleibt bei den grundsätzlichen Hygienebestimmungen, die den Betrieben aus den vergangenen Monaten bereits bekannt sind (z.B. Hygienekonzept, Abstandsgebot, regelmäßiges Lüften, Handdesinfektion im Eingangsbereich). Kunden und Beschäftigte müssen weiterhin medizinische oder höherwertige Masken tragen. Hinweis: Die Maskenpflicht für Kunden und Beschäftigte gilt unabhängig davon, ob sie geimpft, genesen oder getestet sind. Für Betriebe mit Ladengeschäft besteht keine Pflicht, die Kontaktdaten ihrer Kunden zu erheben. In besonderen Situationen können die Kreise und kreisfreien Städte mit Allgemeinverfügungen auf aktuelle Entwicklungen reagieren.

Betriebe mit Gastronomie

Betriebe des Nahrungsmittelhandwerks (z.B. Bäcker, Konditor, Fleischer), die einen Gastronomiebereich haben, müssen dafür die Regeln für die Gastronomie beachten.

Die Gastronomie darf unter Auflagen geöffnet werden. Die Betriebe müssen ein Hygienekonzept erstellt haben. Die Kontaktdaten der Kunden sind aufzunehmen. Kunden und dort Beschäftigte haben in Bereichen mit Publikumsverkehr innerhalb geschlossener Räume nach Maßgabe von § 2a Absatz 1 eine medizinische Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Ausgenommen sind Gäste während des Aufenthaltes an ihren festen Steh- oder Sitzplätzen. Der Betriebsinhaber hat die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um die Einhaltung dieser Pflicht zu gewährleisten. Hinweis: Die Maskenpflicht für Personal und Kunden gilt unabhängig davon, ob sie geimpft, genesen oder getestet sind. Überall muss das Abstandsgebot von 1,5 Metern sichergestellt sein. In Bereichen, in denen regelmäßiger Kundenkontakt stattfindet, dürfen nur Beschäftigte eingesetzt werden, die spätestens alle 72 Stunden einen Testnachweis vorgelegt haben.
Seit 14. Juni: Die Beschäftigten haben die Vorlage des Testnachweises zudem schriftlich zu bestätigen. Die Bestätigungen sind vom Betrieb vier Wochen lang aufzubewahren und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen. Bei geimpften und genesenen Personen ist mit dem Impf- bzw. Genesenennachweis entsprechend zu verfahren.

NEU seit 26. Juli:
Kunden benötigen allgemein, also im Innen- und im Außenbereich, keinen negativen Test mehr. Sie dürfen allerdings wie gehabt keine typischen Symptome einer Covid-19-Infektion aufweisen.

NEU seit 26. Juli: Es dürfen bis zu 25 Personen an einem Tisch sitzen, wobei Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren aus den jeweiligen Hausständen nicht mitgezählt werden. Nachweislich vollständig geimpfte Personen und genesene Personen werden ebenfalls nicht mitgezählt. Sie dürfen zusätzlich mit am Tisch sitzen.

Mehr dazu finden Sie auf der Website des Landes Schleswig-Holstein.

Kontaktbeschränkungen

Kontaktbeschränkungen gelten nicht mehr für Personen, die Geimpfte und Genesene im Sinne der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung sind.

Für Betriebe mit Gastronomiebereich und zum Beispiel Fotografen können die allgemeinen Kontaktbeschränkungen relevant sein, an die sich ihre Kunden bei Treffen zu privaten Zwecken halten müssen. Von diesen Kontaktbeschränkungen nicht betroffen sind Zusammenkünfte, die aus geschäftlichen, beruflichen oder dienstlichen Gründen erforderlich sind.

NEU seit 26. Juli: Zusammenkünfte zu einem gemeinsamen privaten Zweck sind innerhalb wie außerhalb geschlossener Räume mit maximal 25 Personen unabhängig von Haushalten zulässig. Es spielt dabei keine Rolle, bei wem die Zusammenkunft stattfindet.

Dabei werden Personen, die als Geimpfte und Genesene im Sinne der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung gelten nicht mitgezählt. Auch Kinder unter 14 Jahren aus den jeweiligen Haushalten zählen nicht mit.

Infos der Kreise und kreisfreien Städte

Kreise und kreisfreie Städte können Regeln weiter verschärfen

In besonderen Situationen können die Kreise und kreisfreien Städte mit Allgemeinverfügungen auf aktuelle Entwicklungen des Infektionsgeschehens reagieren. Die für Ihren Standort geltenden Allgemeinverfügungen und Informationen zum Thema Coronavirus finden Sie auf den Internetseiten Ihres Kreises oder Ihrer kreisfreien Stadt.