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Verhaltensregeln im Betrieb

Während viele Beschäftigte inzwischen von Zuhause aus arbeiten, können Handwerker nicht einfach ins Homeoffice wechseln. Ein enger Kontakt zu Kunden lässt sich oft nicht vermeiden. Welche Schutzmaßnahmen es für Handwerker gibt, erfahren Sie hier. Außerdem: Wie verhalte ich mich bei Verdachtsfällen im Betrieb?

Ansprechpartner

Für Fragen stehen Ihnen unsere Mitarbeiter aus der Betriebsberatung, der Rechtsauskunft und unsere Ausbildungsberater zur Verfügung.

Ansprechpartner in der Coronakrise

Corona-Arbeitsschutzverordnung

Ab 1. Juli gilt die überarbeitete SARS-CoV-2-Corona-Arbeitsschutzverordnung. Arbeitgeber bleiben verpflichtet, in ihren Betrieben mindestens zweimal pro Woche für alle in Präsenz Arbeitenden Schnell- oder Selbsttests anzubieten. Ausnahmen gibt es für vollständig geimpfte bzw. von einer CoViD-19-Erkrankung genesene Beschäftigte. Wie bisher sind betriebliche Hygienepläne zu erstellen und umzusetzen. Zur Umsetzung sind weiterhin die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel und die branchenbezogenen Praxishilfen der Unfallversicherungsträger heranzuziehen. Die verbindliche Vorgabe einer Mindestfläche von 10 m² pro Person in mehrfach belegten Räumen entfällt, was vor allem dem Friseurhandwerk die Arbeit erleichtert.

Wir weisen allerdings auf eine bestehende Diskrepanz zu der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, kurz BGW, zu den weiterhin gültigen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk und für Kosmetik-,Nagelstudios und Fußpflegeeinrichtungen hin. Dort ist die 10m²-Regelung bisher (Stand 28.06.21) nicht außer Kraft gesetzt worden.

Betriebsbedingte Kontakte und die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen sollen aber weiterhin auf das notwendige Minimum reduziert bleiben. Außerdem entfällt die strikte Vorgabe von Homeoffice. Nichtsdestotrotz sollten Beschäftige, wo immer möglich, mobil arbeiten und Zusammenkünfte im Betrieb sollten auf das absolut notwendige Maß beschränkt werden. Zudem müssen Arbeitgeber mindestens medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung stellen, wo andere Maßnahmen keinen ausreichenden Schutz gewähren. Die Vorgaben zu Kontaktreduzierung, Hygiene, Lüften und Abstandhalten bleiben bestehen – vorerst bis einschließlich 10. September.

Weitere Infos

BMAS

Pflicht zur Bereitstellung von Testangeboten in Betrieben – ab 1. Juli 2021 Ausnahmen für geimpfte und genesene Beschäftigte

Arbeitgeber sind verpflichtet, in ihren Betrieben mindestens zwei Mal pro Woche für alle in Präsenz Arbeitenden die Möglichkeit für Schnell- oder Selbsttests (PCR-Test oder professionell/selbst angewendete Antigen-Schnelltests) anzubieten. Die Testangebote sollen möglichst vor der Aufnahme der entsprechenden Tätigkeit wahrgenommen werden. Die Kosten für die Tests haben Arbeitgeber zu tragen, da es sich um Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes handelt. Ausnahmen gibt es ab dem 1. Juli 2021 für vollständig geimpfte beziehungsweise von einer CoViD-19-Erkrankung genesene Beschäftigte. Die Beschäftigten sind nicht verpflichtet, die Testangebote wahrzunehmen sowie dem Arbeitgeber Auskunft über ihren Impf- beziehungsweise Genesungsstatus zu geben. Nachweise über die Beschaffung von Tests und Vereinbarungen mit Dritten über die Testung der Beschäftigten hat der Arbeitgeber bis zum Ablauf des 10. September 2021 aufzubewahren.

Anbieter von Corona-Tests

Die Handwerkskammer Lübeck möchte ihre Betriebe bei der Beschaffung von Selbsttests unterstützen. Auf unserer Seite "Anbieter von Corona-Tests" finden Sie Anbieter, die uns gegenüber erklärt haben, kurzfristig Selbsttests ab einer Bestellmenge von 50 oder 100 Stück liefern zu können. Bitte setzen Sie sich direkt mit den Anbietern in Verbindung. Außerdem hält die Drogeriemarktkette Budnikowsky für Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Lübeck ab sofort Test-Kits für Corona-Selbsttests zum Kauf vor. Weitere Infos hierzu finden Sie ebenfalls auf unserer Seite zu "Anbietern von Corona-Tests".

Sie können auch die von Teststationen angebotenen Schnelltests sowie die in Apotheken und Handel erhältliche Corona-Selbsttests nutzen. Auf der Internetseite der Landesregierung finden Sie eine Übersicht über Teststationen in Schleswig-Holstein.  Beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte finden Sie zudem eine Liste der aktuell zugelassenen Selbsttests.

Corona-Impfungen

Schleswig-Holstein: Noch keine Aufhebung der Impfpriorisierung zum 7. Juni 2021

Die Landesregierung hat erneut darauf hingewiesen, dass Schleswig-Holstein die Impfpriorisierung noch nicht zum 7. Juni 2021 aufheben wird. Bund und Länder hatten sich Mitte Mai grundsätzlich auf die Aufhebung der Priorisierung zu diesem Termin verständigt. Nach Angaben des Landes sind derzeit aber zu viele Personen aus den Prioritätengruppen 1 bis 3 noch nicht geimpft, um diesen Beschluss bereits umsetzen zu können. Somit erfolgen Corona-Impfungen in den Impfzentren des Landes weiterhin vorrangig für Personen aus den Prioritätengruppen 1 bis 3. Auch in den Arztpraxen werden nach Angaben der Landesregierung zunächst primär die Prioritätengruppen 1 bis 3 geimpft. Eine Ausnahme sind Impfungen mit den Impfstoffen von AstraZeneca und Johnson & Johnson, die ausschließlich in Arztpraxen erfolgen und für die die Priorisierung bereits entfallen ist.

Neues Terminvergabesystem für die Impfzentren

Das Terminvergabesystem für die Impfzentren in Schleswig-Holstein wird geändert: Personen der Prioritätsgruppen 1, 2 und 3 können sich ab Donnerstag, 3. Juni, 9 Uhr unter www.impfen-sh.de registrieren. Die Registrierungs-Startphase des neuen Systems läuft bis Montag, 7. Juni, 13 Uhr. Es spielt für die Terminvergabe keine Rolle, wann sich innerhalb dieses Zeitraums Personen registrieren. Anzugeben sind die üblichen Daten zur Terminvereinbarung sowie das gewünschte Impfzentrum. Wer keine Möglichkeit der Registrierung per Internet hat, kann sich per Telefon unter 0800 4556550 (Mo bis Sa von 8 bis 18 Uhr) registrieren. Jede Person darf sich nur einmal registrieren.

Nach der Startphase erfolgt eine erste Zuteilung vorhandener Termine für die kommende Woche ab dem 9. Juni. Personen erhalten eine Mail, mit der die vorgenommene Registrierung bestätigt wird. Sobald ein Termin verfügbar ist, erhalten die Personen eine Terminbestätigung sowie die Aufklärungsbögen per Mail. Terminbestätigungen werden spätestens 24 Stunden vor dem Termin versandt. Personen ohne Email-Adresse wird der zugewiesene Termin telefonisch mitgeteilt. Aufgrund der anhaltenden Impfstoffknappheit kann es mehrere Wochen dauern, bis ein Termin zugewiesen wird.

Die Registrierung wird nach dieser Startphase weiter und grundsätzlich ohne zeitliche Begrenzung möglich sein. Die Zuteilung der Termine erfolgt mit Fortschreiten der Impfstofflieferungen. Wenn die Zuteilung der Termine für die registrierten Personen aus der Startphase erfolgt ist, wird die weitere Zuteilung fortlaufend nach der Reihenfolge des Eingangs der Registrierungen erfolgen. Personen, die den zugeteilten Termin im Impfzentrum ihrer Wahl nicht wahrnehmen können oder wollen, müssen diesen so früh wie möglich stornieren, um ihn so für andere freizugeben. Eine Auswahl des Zeitpunktes oder eine Umbuchung von zugewiesenen Terminen ist nicht möglich.

Verdachtsfall im Betrieb

Was sollten Sie tun, wenn Sie in Ihrem Betrieb einen ernsthaften Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung haben oder es einen Verdachtsfall im Umfeld der Beschäftigten (zum Beispiel in der Familie) gibt?

Corona-Verdacht bei einem Mitarbeiter

Treten bei Mitarbeitern in Ihrem Betrieb Symptome einer Covid-19-Erkrankung auf, sollten Sie sich unmittelbar an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden. Die Kontaktdaten können Sie über die  Datenbank des Robert Koch-Instituts abfragen. Das Gesundheitsamt ist dann sowohl für den Meldeweg als auch für die Verhängung weiterer Maßnahmen zuständig. Zudem informiert die Behörde Sie unter anderem darüber, wie Sie sich zu verhalten haben. Eine Broschüre von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen nennt die richtigen Ansprechpartner und gibt Hinweise, wie auch in dieser Situation Sicherheit und Gesundheit im Betrieb bestmöglich gewahrt werden können. Das Robert Koch-Institut stellt eine Orientierungshilfe für Bürger zur Verfügung, die Schritt für Schritt erläutert, wie im Verdachtsfall vorzugehen ist.

Verdachtsfall im Umfeld eines Mitarbeiters

Wenn es einen Verdachtsfall im Umfeld der Beschäftigten (zum Beispiel in der Familie) gibt, kommt es für die weiteren Maßnahmen darauf an, in welche Kategorie die Kontaktperson fällt. Solange bei der Kontaktperson kein Testergebnis vorliegt, ist der Beschäftigte in der Regel nicht verpflichtet, sich in Quarantäne zu begeben – es sei denn das Gesundheitsamt hat dies angeordnet. Wenn sich der Verdacht bei der Kontaktperson durch einen positiven Test bestätigt und Ihr Beschäftigter engen Kontakt zu der Person hatte (Kontaktperson der Kategorie I), muss sich der Beschäftigte ohne Anordnung des Gesundheitsamtes umgehend in häusliche Quarantäne begeben. Der Beschäftigte sollte sich in jedem Fall nach Hause begeben oder anderweitig absondern und weitere Schritte telefonisch mit seinem Hausarzt oder dem zuständigen Gesundheitsamt absprechen.

Branchenspezifische Arbeitsschutzstandards

Da die notwendigen Maßnahmen je nach Handwerk verschieden sind, gibt es branchenspezifische Vorgaben, die den SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandard des Bundesarbeitsministeriums konkretisieren bzw. ergänzen. Die Berufsgenossenschaften erstellen solche branchenspezifischen Konkretisierungen und stellen diese auf den Internetseiten der jeweiligen Berufsgenossenschaft zur Verfügung. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hat eine Übersicht der Informationsangebote und Konkretisierungen aller Berufsgenossenschaften zum betrieblichen Infektionsschutz vor SARS-CoV-2 veröffentlicht.

Nahrungsmittelhandwerk: Handlungshilfen

Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) hat umfangreiche Handlungshilfen für die Betriebe im Nahrungsmittelhandwerk zur Verfügung gestellt.

Plakate zum Ausdrucken

Abstandhalten ist momentan eine der wichtigsten Regeln, Mundschutz ist in einigen öffentlichen Bereichen Pflicht. Nutzen Sie gerne die Plakate im Stil der Imagekampagne, um Ihre Kunden daran zu erinnern. Die Plakate können Sie auf handelsüblichen Druckern ausdrucken und in Bereichen mit Publikumsverkehr aushängen.