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Landtagswahl: 'Weiter so' in der beruflichen Bildung reicht nicht.

Flensburg/Lübeck, 29. März 2022 – Mit Blick auf die Landtagswahlen 2022 am 8. Mai haben die Handwerkskammern Lübeck und Flensburg sowie Handwerk Schleswig-Holstein e.V. ihre Erwartungen in einem Positionspapier zusammengefasst.

Foto: beeboys/stock.adobe.com

Angesichts zuletzt stagnierender oder sogar rückläufiger Lehrlingszahlen und einem sich zuspitzendem Fachkräfteproblem pocht das Handwerk besonders darauf, jetzt die richtigen Weichenstellungen in der Bildungspolitik vorzunehmen. Von der Landespolitik in Schleswig-Holstein erwartet das Handwerk, sich noch stärker als bisher für bestmögliche Aus- und Weiterbildung sowie leistungsfähige Instrumente zur Sicherung des Fachkräftebedarfs einzusetzen.

Ralf Stamer, Präsident der Handwerkskammer Lübeck: „Handwerkliche Leistungen werden bei uns in großem Umfang nachgefragt. Wenn es aber um die eigene Berufsperspektive im Handwerk geht, sind die jungen Menschen zögerlich. Wir Handwerksorganisationen haben in den letzten zehn Jahren viel Geld in die Hand genommen und intensive Aufklärungsarbeit über die herausragenden Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierewege im Handwerk geleistet. Das war wichtig und richtig. Inzwischen scheint aber auch klar, dass das eigentliche Problem die noch immer fehlende Wertschätzung für die berufliche Bildung ist. Solange immer noch die Haltung dominiert, nur mit einem Studium ließe sich wirklich Karriere machen, werden wir kaum engagierte und motivierte junge Menschen für uns begeistern können. Wir fordern daher, die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung dauerhaft sicherzustellen. Dazu gehört auch, für Bildungsstätten ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um die handwerkliche Berufsausbildung attraktiv und zukunftsfähig zu erhalten. Ein ‚Weiter so‘ wird definitiv nicht reichen, um die berufliche Bildung aus dem Schattendasein hinter dem akademischen Studium zu führen.“

Jörn Arp, Präsident der Handwerkskammer Flensburg: „Die Wertschätzung für die berufliche Bildung fängt im Elternhaus an und natürlich in der Schule. Gerade in Bezug auf die Schule fordern wir eine Verbesserung der Berufsorientierung. Und zwar über alle Schultypen hinweg bis hin zum Gymnasium. Es ist eine alte Forderung. Auch vor Corona wurde die Chance, die eine berufliche Ausbildung auch für die spätere Karriere bietet, nicht hinreichend kommuniziert. Die beiden zurückliegenden Corona-Jahre haben das Thema duale Ausbildung zusätzlich negativ belastet. Es bedarf einer grundlegenden Stärkung der Berufsorientierung, wobei wir als Handwerk auch gerne unterstützend tätig sein wollen.“

Thorsten Freiberg, Präsident Handwerk Schleswig-Holstein e.V.: „Es geht darum, das Handwerk zukunftsfit zu machen. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen neben der Energiewende sind immens: Digitalisierung, Technologietransfer und Fachkräftemangel sind zu meistern. Die Innovations- und Leistungsfähigkeit und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe wird künftig viel stärker von der Qualifikation der Betriebsinhaber und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abhängen. Deshalb brauchen wir hohe Investitionen in die Berufliche Bildung im Handwerk.“

Die Erwartungen des schleswig-holsteinischen Handwerks zur Landtagswahl 2022 in den Politikfeldern:

  • Den Mittelstand stärken
  • Bildung und Fachkräftesicherung
  • Infrastruktur, öffentliche Investitionen
  • Klima, Energie, Umwelt, Mobilität
  • Ländlicher Raum, Innenstädte
  • Wohnungspolitik

sind online abrufbar:
www.hwk-luebeck.de/presse-medien/landtagswahl-2022.html