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Neue Plakatkampagne räumt mit alten Vorurteilen auf

Lübeck, 16. August 2022 – „Für das Klima auf die Straße, aber nicht ins Handwerk?“ – mit zugespitzten Botschaften wie dieser macht das Handwerk im 2. Flight des Jahrs 2022 mit einer neuen Plakatkampagne auf sich aufmerksam.

Foto: handwerk.de

Um die politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahre zu meistern, braucht es mehr Auszubildende in den Handwerksberufen – und ein gesellschaftliches Umdenken für mehr Wertschätzung des Handwerks. Mit einer neuen Plakatkampagne setzt das Handwerk hierfür ein aufmerksamkeitsstarkes Zeichen.

„Für das Klima auf die Straße, aber nicht ins Handwerk?“ – mit zugespitzten Botschaften wie dieser macht das Handwerk im Rahmen einer neuen Plakatkampagne auf einen grundlegenden Widerspruch in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte aufmerksam. Denn einerseits engagiert sich gerade auch die Jugend zu Recht sehr für einen klaren Kurswechsel in der Klima- und Energiepolitik. Andererseits werden aber dringend Fachkräfte gesucht, um überhaupt die technischen Grundlagen für eine erfolgreiche Klimawende zu schaffen.

Damit Deutschland seine Klimaziele erreicht, braucht es genügend Personal im Handwerk, das die notwendigen Arbeiten kompetent durchführt, zum Beispiel bei energetischen Haussanierungen. Doch angesichts eines massiven Personalbedarfs – laut Angaben von Handwerksverbänden und der IG Metall fehlen aktuell rund 190.000 Fachkräfte für die Umrüstung und den Ausbau von klimagerechter Technik – geraten die Klimaziele zunehmend in Gefahr.
 

Plakate hinterfragen Vorurteile

Vor diesem Hintergrund startet das Handwerk die zweite Werbewelle („Flight“) der Imagekampagne in diesem Jahr. Die Aktion unter dem Motto „Hier stimmt was nicht.“ will bewusst Vorurteile hinterfragen und auf diese Weise zum Nachdenken anregen. Mit Headlines wie „Wieso zähle ich weniger, wenn ich mehr will als Powerpoint?“ oder „Was gegen Handwerk spricht? Meine Akademikereltern.“ werben die Anzeigenmotive für mehr gesellschaftliche Anerkennung von Handwerksberufen – insbesondere bei Jugendlichen, Eltern und Lehrern – und für eine Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung.

Die neuen Anzeigenmotive entwickeln die Botschaften des ersten Kampagnen-Flights aus dem Frühjahr 2022 inhaltlich weiter. Die Protagonisten der Kampagnen sind nun nicht mehr Kinder, sondern Jugendliche an der Schwelle zum Berufsleben – und diese Jugendlichen sehen sich in ihrem Umfeld immer wieder Vorurteilen ausgesetzt, die sie in ihrer Berufswahl einschränken.
 

Werbung für mehr Wertschätzung auf vielen Kanälen

Christian Maack, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck, sieht darin besonders im Hinblick auf die anstehenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufgaben eine Herausforderung: „Die aktuelle Energiedebatte führt uns vor Augen, wie sehr wir auf Fachkräfte aus dem Handwerk angewiesen sind, um uns für die Zukunft gut aufzustellen. Wir wissen, dass es ohne gut ausgebildete Handwerker nicht geht. Wir wissen, dass die Energiewende ohne das Handwerk nicht möglich ist. Und wir wissen auch, dass Handwerksberufe viele Bedürfnisse erfüllen, nach denen die junge Generation strebt. Nachhaltigkeit ist nur ein Stichwort. Und doch beharren einige immer noch auf alten Vorurteilen, wenn es um die Berufsorientierung geht. Das ist paradox.“ Der Stellvertretende Hauptgeschäftsführer appelliert: „Anstatt auf alten Vorurteilen zu bestehen, sollten wir unseren Kindern und Jugendlichen vermitteln, wofür Handwerk wirklich steht: Die eigene Region stärken. Wiederverwenden statt verschwenden. Der Energiewende den Weg bereiten. Das würde unserer Gesellschaft guttun – jetzt und in Zukunft.“

Die neuen Plakate sind vom 19. August bis zum 1. September bundesweit an aufmerksamkeitsstarken Standorten zu sehen. Bereits zwei Tage vorher startet die Kampagne auf den digitalen Kanälen, mit gleicher Botschaft und adaptierten Motiven. Am 15. August geht der TV-Spot „Handwerk liegt in der Natur des Menschen“ aus dem ersten Flight der Kampagne wieder auf ARD, RTL, Pro7, Sat.1 und weiteren Sendern on air.