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Die Handwerkskonjunktur im II. Quartal 2020

Flensburg/Lübeck, 06. Juli 2020 – Im Frühjahr präsentierte sich das schleswig-holsteinische Handwerk konjunkturell stabil. Allerdings belastete Corona die Wirtschaftsentwicklung in der Mehrzahl der Gewerbegruppen.

Quelle www.amh-online.de

Die Folgen auf den weiteren Konjunkturverlauf im Jahr 2020 bleiben somit schwer einschätzbar. Landesweit überwogen beim Blick auf das Gesamthandwerk laut Umfrageergebnis der beiden Handwerkskammern in Lübeck und Flensburg die positiven Rückmeldungen. 50 % sprachen von einem guten, 32 % von einem befriedigenden und 18 % von einem schlechten II. Quartal. Im Vergleich zum II. Quartal des Vorjahres (Geschäftslagedaten: 62, 31 und 7 %) machte sich eine nennenswerte Abschwächung bemerkbar. Vor allem die Tatsache, dass im zurückliegenden Quartal die Gesamtkonjunktur nahezu ausschließlich von den unverändert guten Werten im Bereich des Bauhaupt- und Ausbaugewerbes getragen wurde, zeigt die angespannte Situation.
Die zahlreichen Auflagen, Berufsausübungsverbote oder – beschränkungen der vergangenen drei Monate sorgten dafür, dass bei allen anderen Gewerbegruppen per Saldo die Negativmeldungen zur Geschäftslage die Beurteilungen „gut“ bzw. „befriedigend“ überwogen. Im Gesamthandwerk war somit auch ein leichter Rückgang beim Umsatz und Auftragseingang zu verzeichnen. Erfreulicherweise bewiesen die Handwerksbetriebe im Land trotz der zum Teil angespannten wirtschaftlichen Situation große Treue zu ihren Beschäftigten. Die Mitarbeiterzahl blieb nahezu konstant.

Die Ergebnisse aus den beiden Kammerbezirken:

Im Kammerbezirk Lübeck (Städte Kiel, Lübeck, Neumünster und die Kreise Herzogtum-Lauenburg, Ostholstein, Pinneberg, Plön, Segeberg, Steinburg, Stormarn) berichteten 47 % der Betriebe über eine gute, 34 % über eine befriedigende und 19 % über eine schlechte Geschäftslage. Die nennenswerte Abschwächung im Vergleich zum Vorquartal (II. Quartal 2019: 58 % gut, 34 % befriedigend, 8 % schlecht) wurde insbesondere durch die „schlechten“ Quartalsbeurteilungen aus dem Kfz-Handwerk (bei 45 % der Betriebe), dem Nahrungsmittelhandwerk (bei 33 %) und dem Handwerk für den gewerblichen Bedarf (bei 27 %) verursacht. Auch die Negativmeldungen aus dem Gesundheitshandwerk und im personenbezogenen Dienstleistungshandwerk lagen noch über dem Durchschnitt des Gesamthandwerks. Zum Vergleich: beim Bauhauptgewerbe sprachen allein 71 % von einer guten Geschäftslage, beim Ausbaugewerbe immerhin noch 60 %.

Im Kammerbezirk Flensburg (Kreise Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Nordfriesland und Dithmarschen sowie die kreisfreies Stadt Flensburg) urteilten 54 % der befragten Betriebe über das II. Quartal mit „gut“, 28 % mit „befriedigend“ und 18 % mit „schlecht“. Auch hier kühlte sich das Konjunkturklima im Vergleich zum Vorjahr merklich ab (II. Quartal 2019: 69, 26 und 5 %). Für Positivmeldungen zeigten sich im Berichtsquartal auch hier das Bauhauptgewerbe (Geschäftslagenbeurteilung: 77,17 und 6 %) und das Ausbauhandwerk (67, 27 und 6 %) verantwortlich. Die übrigen Gewerbegruppen wiesen eine zum Teil deutliche Verschlechterung zum I. Quartal auf. Lediglich das Kfz-Handwerk (21, 58 und 21 %) konnte sich noch ganz gut behaupten.

Ausblick

Vom III. Quartal erwarten die Handwerksbetriebe in Schleswig-Holstein eine leichte Konjunkturbelebung. Zumindest erwarten 24 % eine Verbesserung, 63 % keine Veränderung und 13 % eine Verschlechterung. Während vor allem beim Bauhaupt- und Ausbaugewerbe keine wesentliche Veränderung der guten Situation erwartet wird, schauen die übrigen Gewerbegruppen tendenziell wieder etwas positiver in die Zukunft. Diese Zuversicht wird sicher durch die schrittweisen Lockerungen genährt, die auch dazu führen, dass die die Umsätze und der Auftragseingang wieder leicht steigend erwartet werden.

Ein Konjunkturniveau wie zu Zeiten vor Corona scheint aber in weiter Ferne, denn die tatsächlichen wirtschaftlichen Folgen des Corona bedingten Lockdowns sind zurzeit noch nicht absehbar. Zudem verheißt die jüngste Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt auch nichts Gutes. Der zu beobachtende Anstieg der Arbeitslosenquote in Folge von Insolvenzen und Mitarbeiterentlassungen dürfte kurz- bis mittelfristig auch die Nachfrage nach handwerklichen Produkten und Dienstleistungen erreichen. Hinsichtlich der weiteren Konjunkturentwicklung im Handwerk bleiben somit viele Fragezeichen.

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