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Handwerkskonjunktur im III. Quartal 2020

Flensburg, Lübeck, 12. Oktober 2020 – Sommermonate beleben das Geschäft: Besser als noch zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr behaupteten sich die Handwerksbetriebe in den Sommermonaten Juli, August und September.

Foto: www.amh-online.de

Für eine Entwarnung besteht aber noch kein Grund, da auch noch mit zeitverzögerten Auswirkungen in einigen Gewerkegruppen gerechnet werden muss und das aktuelle Infektionsgeschehen weitere Einschränkungen zur Folge haben könnte.

Anders als noch im Frühjahr hellte sich die Konjunktur im Handwerk im III. Quartal wieder auf. Laut Umfrageergebnis der beiden Handwerkskammern in Lübeck und Flensburg sprachen landesweit 53 % der Betriebe von einem guten, 38 % von einem befriedigenden und 9 % von einem schlechten III. Quartal. Im Vergleich zum Vorquartal (Geschäftslagedaten: 50, 32 und 18 %) verbesserte sich damit das Gesamtbild deutlich. Und anders als noch im II. Quartal, als maßgeblich das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe die Konjunktur getragen haben, erholten sich im Berichtsquartal auch wieder andere Berufsgruppen.

Im abgelaufenen Quartal blieben zudem die Beschäftigtenzahl, die erzielbaren Verkaufspreise sowie die Investitionen der Betriebe auf dem Niveau des Vorquartals. Auch wenn die unmittelbaren Auswirkungen der Corona-Krise zurzeit weniger spürbar erscheinen, berichtete immerhin noch jeder vierte Betrieb von gesunkenen Umsätzen und einem niedrigeren Auftragsbestand im Vergleich zum Vorquartal.

Die Ergebnisse aus den beiden Kammerbezirken:


Im Kammerbezirk Lübeck (Städte Kiel, Lübeck, Neumünster und die Kreise Herzogtum Lauenburg, Ostholstein, Pinneberg, Plön, Segeberg, Steinburg, Stormarn) sprachen 52 % über ein gutes, 38 % über ein befriedigendes und 10 % über ein schlechtes Berichtsquartal. Beste Umfragewerte erzielten einmal mehr die Ausbauhandwerke und das Bauhauptgewerbe, in denen nur sehr wenige Betriebe mit ihrer Geschäftslage unzufrieden waren. Deutlich höher lag die Prozentzahl für eine schlechte Beurteilung im Gesundheitshandwerk (bei 23 %), bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf (19 %) und bei den Nahrungsmittelhandwerken (17 %), wobei sich auch hier schon zum Teil bessere Werte als im Vorquartal erzielt wurden. Deutlich erholt zeigte sich das Kfz-Handwerk. Hier sprachen nur noch 13 % von einer schlechten Geschäftslage gegenüber dem Wert von 45 % aus dem Vorquartal.

Im Kammerbezirk Flensburg (Kreise Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Nordfriesland und Dithmarschen sowie die kreisfreie Stadt Flensburg) urteilten 56 % der befragten Betriebe über das III. Quartal mit „gut“, 37 % mit „befriedigend“ und 7 % mit „schlecht“. Auch hier zog das Konjunkturklima im Vergleich zum Vorquartal wieder an. Für Positivmeldungen sorgten einmal mehr das Bauhauptgewerbe und die Ausbauhandwerke. Im Vergleich zum Vorquartal besser schnitten aber auch die Kfz-Handwerke und das Nahrungsmittelgewerbe ab. Die meisten schlechten Konjunkturbewertungen entfielen auf die Handwerke für den gewerblichen Bedarf (bei 22 %), die Gesundheitshandwerke (ebenfalls 22 %) und die personenbezogenen Dienstleistungshandwerke (25 %).

Ausblick

Leichter Optimismus begleitet die Erwartungen des Handwerks für das IV. Quartal. Zumindest scheint die Hoffnung auf ein umsatzstärkeres Quartal zum Jahresende trotz Corona vorhanden zu sein. So erwarten im Vergleich zum III. Quartal landesweit 21 % eine Verbesserung der Geschäftslage, 67 % keine Veränderung und 12 % einen Verschlechterung. Über dem Durchschnitt liegen dabei die Erwartungen bei den Gesundheitshandwerken und im Nahrungsmittelgewerbe. Wenig Veränderung erwartet das Gesamthandwerk im Bereich von Beschäftigtenzahl, Verkaufspreisen und Investitionen.
Die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist aktuell aber sehr eng verknüpft mit der weiteren Corona-Entwicklung und den Vorgaben der Politik, so dass zum jetzigen Zeitpunkt ein verlässlicher Blick in die Zukunft schwer fällt.

Kontakt

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