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In der Corona Krise an der Ausbildung festhalten!

Kiel/Lübeck/Flensburg - Das Wirtschaftsministerium, die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern in Schleswig-Holstein appellieren gemeinsam an die Unternehmen, ihr bislang auf hohem Niveau gezeigtes Engagement in der Ausbildung fortzusetzen.

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Mit Blick auf das im August startende Ausbildungsjahr sollten die Betriebe trotz und gerade in der Corona-Krise alles tun, um Nachwuchskräfte zu binden.
Dass das Ausbildungsjahr nicht pausiert, scheint in vielen Betrieben zurzeit Corona-bedingt aus dem Blickfeld zu geraten. Folge: Die Kammern im Land verzeichnen einen Rückgang bei den Neuverträgen. Ende April zählte das Handwerk 175 neue Ausbildungsverhältnisse weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Registriert sind 1.563 Verträge im Vergleich zu 1.738 im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang von zehn Prozent. Ein Minus von einem Fünftel zählen die IHKs in Schleswig-Holstein: Wurden bis Ende April 2019 noch 3.574 Verträge unterschrieben, so sind es im laufenden Jahr 2.832 (-742).
Dabei konnten nach Zahlen der Agentur für Arbeit bis zum 30. April 2020 landesweit 2.604 Ausbildungsplätze noch nicht besetzt werden. Einerseits hänge dies mit dem verzögerten Eingang von Bewerbungen zusammen. Dadurch, dass Lehrstellenrallyes und Berufsorientierungsmessen nicht stattfinden konnten, zeigten sich die Schülerinnen und Schüler zurückhaltender als sonst. Andererseits seien saisonale Schwankungen in der Ausbildungsstatistik nicht unüblich und Nachholeffekte wahrscheinlich, sobald die ausbildenden Betriebe zumindest teilweise zur Normalität zurückfänden. Kammern und Wirtschaftsministerium unterstreichen: Trotz der derzeit schwierigen Situation sollten Entscheidungen rund um die betriebliche Ausbildung nicht aus kurzfristigen finanziellen Erwägungen getroffen werden. Denn beim Wiederanfahren der Wirtschaft seien die Unternehmen auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen – auch aus den eigenen Reihen.

Dazu Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz: „Mir ist bewusst, dass die Corona-Krise viele Betriebe aktuell vor große Probleme stellt. Dennoch darf die Zeit danach nicht aus dem Blick verloren werden. Die Sicherung des Fachkräftebedarfs war vor der Krise ein zentrales Thema für die Zukunftsfestigkeit der Unternehmen und wird es auch danach sein. Die Ausbildung im eigenen Betrieb ist noch immer der beste Weg, um gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen. Ich appelliere deshalb an die Unternehmen, auch in diesem besonderen Jahr in ihren Ausbildungsanstrengungen nicht nachzulassen.“

Dem stimmt Friederike C. Kühn, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein, zu: „Der derzeitige Einbruch in der Wirtschaft ist einmalig in der Nachkriegszeit – allerdings ist dies nur ein vorübergehender Zustand. Wir spüren, dass die Unternehmen weiterhin durchaus ausbildungswillig sind. Doch ihre Bemühungen sind zurzeit beeinträchtigt, unter anderem, weil die Absolventinnen und Absolventen längere Zeit im Unklaren über ihre Abschlüsse waren. Der in vielen Branchen herrschende Fachkräftemangel hat sich durch die Pandemie jedoch nicht einfach aufgelöst. Daher bitten wir die Unternehmen in Schleswig-Holstein, in IHK Schleswig-Holstein dieser Notlage nicht nur an ihren Nachwuchskräften festzuhalten, sondern auch an morgen zu denken und neue Ausbildungsverträge zu schließen.“

Jörn Arp, Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, ergänzt: „Auch die rückläufigen Zahlen im Handwerk sind der allgemeinen Verunsicherung durch Corona geschuldet. Bei allen betrieblichen Planungen ist es aber wichtig, das Thema Ausbildung nicht aus dem Blick zu verlieren. Und ich bin zuversichtlich, dass sich die Bedingungen für die Ausbildung in der zweiten Jahreshälfte wieder normalisieren werden. Und man sollte immer bedenken, dass junge, gut ausgebildete Fachkräfte auch das Fundament für eine stabile Zukunft nach der Krise sind.“

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