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Kraftanstrengung in der Berufsorientierung gefordert

Lübeck, 18. März 2021 – Nach Ansicht der Kammern in Schleswig-Holstein hat die Allianz für Ausbildung am 16. März sinnvolle Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Ausbildung vereinbart, darunter eine verbesserte Ausbildungsprämie.

Foto: Sascha Schneider/www.amh-online.de

Allerdings sinkt zurzeit vor allem die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber. Die Wirtschaft fordert daher eine gemeinsame Kraftanstrengung in der Berufsorientierung.

Die Ausbildungsprämien wurden verdoppelt, der Kreis der antragsberechtigten Unternehmen ausgeweitet, die Förderzeiträume verlängert. Außerdem zielt eine neue Förderung auf besonders vom Lockdown betroffene Kleinstunternehmen ab. „Bislang sind viele unserer Betriebe durch das Raster gefallen. Wir freuen uns daher über die Verbesserungen bei der Ausbildungsprämie“, sagt Ralf Stamer, Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein. „Damit ziehen die Partner in der beruflichen Bildung an einem Strang und senden in der Krise ein Zeichen für die Duale Ausbildung“, ergänzt Friederike C. Kühn, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein.

Als positiv heben die Kammern hervor, dass zukünftig auch Ausbilderinnen und Ausbilder in Kurzarbeit gefördert werden können. Allerdings warnen sie vor zu hohen Erwartungen: „Bisher hat nur jedes zehnte aktive Ausbildungsunternehmen in Schleswig-Holstein die Ausbildungsprämie in Anspruch genommen. Gelockerte Kriterien führen zwar dazu, dass mehr Betriebe aus Handwerk, Handel, Industrie und Dienstleistung eine Möglichkeit bekommen, die Prämien zu nutzen. Jetzt muss es allerdings um eine schnelle und praktische Umsetzung gehen. Denn ein Angebot ist nur dann gut, wenn es auch auf Nachfrage stößt“, sagt Stamer.

Derzeit kommen in Schleswig-Holstein im Durchschnitt 1,4 Ausbildungsplätze auf jeden Bewerbenden. Vor diesem Hintergrund verzeichnet die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit einen Rückgang der Ausbildungsinteressierten von 17 Prozent gegenüber dem Jahr 2020. Landesweit sind zurzeit 2.000 Bewerberinnen und Bewerber weniger registriert als noch vor einem Jahr. Andererseits ist bei den angebotenen Lehrstellen kein signifikanter Rückgang zu beobachten. Daher sei kurz- und mittelfristig entscheidend, dass es gelingt, die Schülerinnen und Schüler besser zu erreichen. „Ausbildungsinteressierte und Betriebe in einer Pandemie zusammenzubringen, bleibt eine Herausforderung. Die Berufsorientierung kann noch immer nicht wie gewohnt durchgeführt werden. Umso wichtiger ist es, den jungen Menschen über die Schulen, die Agentur für Arbeit, die Jugendberufsagenturen, die Unternehmen und die Kammern jetzt gemeinsam berufliche Orientierung zu ermöglichen“, sagt Kühn.

Natürlich seien auch die Unternehmen in der Pflicht, ein attraktives Ausbildungsangebot zu machen. „In den nächsten Wochen, Monaten und Jahren muss es aber vornehmlich darum gehen, flächendeckend über die Chancen der Dualen Ausbildung zu informieren und Jugendliche zur Kontaktaufnahme mit den Unternehmen zu bewegen“, so Kühn. Die Projekte „Azubibotschafter“ und „Regionale Partnerschaft Schule-Betrieb“ des Wirtschaftsministeriums und der Kammern seien dazu eine praxisnahe Möglichkeit. „Wir können noch so viele Förderinstrumente schaffen und Appelle formulieren. Das alles wird verpuffen, wenn wir nicht direkt an die jungen Menschen herankommen und sie vom Konzept der Dualen Ausbildung mit ihren hervorragenden Weiterbildungs- und Karrierechancen überzeugen“, sagt Stamer.

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