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„Unser Dorf hat Zukunft“: Wirtschaft vergibt Sonder-Preis

Kiel, 12. August 2021 – Handwerkskammer und IHK Schleswig-Holstein vergeben im Rahmen des Landes-Wettbewerbs 2022 „Unser Dorf hat Zukunft“ zum zweiten Mal ihren Sonder-Preis für die wirtschaftsfreundlichste Kommune.

Foto: ews group

Damit wollen sie zeigen, dass ihnen die wirtschaftliche Entwicklung des ländlichen Raumes ein besonderes Anliegen ist. „Ein großer Teil unserer Mitgliedsunternehmen ist im ländlichen Raum angesiedelt. Vor allem kleine und mittlere Betriebe bilden das Rückgrat unserer Wirtschaft und erfüllen vor Ort Kernfunktionen: Sie versorgen die Bevölkerung mit Dingen des täglichen Bedarfs. Sie leisten als Steuerzahler, als Arbeitgeber und als Ausbildungsbetriebe einen Beitrag zur Erhaltung der regionalen Strukturen und damit zur Attraktivität von Leben und Arbeiten im ländlichen Raum“, sagt Christian Maack, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck. Darüber hinaus seien diese Betriebe häufig fest im Gemeindeleben verankert, beispielsweise als Sponsoren von Sport und Kultur sowie durch vielschichtiges ehrenamtliches Engagement.

„Damit sich die Unternehmen in ländlichen Regionen auch in Zukunft gut entwickeln und den Menschen langfristige Perspektiven geben können, kommt es auf eine intensive und gut organisierte Zusammenarbeit zwischen den Akteuren vor Ort an. Besonders gefragt und zugleich verpflichtet sind die Kommunen. Denn nur eine strategisch handelnde und gut kommunizierende Gemeinde kann die richtigen Leitplanken für die mittel- und langfristige Wirtschaftsentwicklung vor Ort setzen“, ergänzt Björn Ipsen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schleswig-Holstein.

Mit ihrem Sonder-Preis für eine besonders wirtschaftsfreundliche Kommune möchten IHK und Handwerkskammer das Augenmerk vor allem auf vier Aspekte richten:

1.    Wirtschaftsfreundliche Kommunalpolitik und Verwaltung sowie strukturierte     Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und ansässiger Wirtschaft

Eine aktive und gut organisierte Wirtschaftspolitik und eine florierende örtliche Wirtschaft bedingen sich. Hierzu braucht es Ansprechpersonen aus den Betrieben, die fortlaufend den Bedarf der Wirtschaft aufzeigen sowie Unternehmerpersönlichkeiten, die die örtlichen Chancen nutzen, um Geschäftsideen zu entwickeln und umzusetzen.

2.    Kooperation von Gemeinden untereinander zur Wirtschaftsentwicklung

Kleine Gemeinden können ihre Leistungen für die regionale Wirtschaft verbessern, wenn sie mit Nachbargemeinden oder mit Kommunen, die an ähnlichen Themenstellungen arbeiten, kooperieren. In der Zusammenarbeit kann auch auf Erfahrungswerte aus anderen Gemeinden zurückgegriffen und damit frischer Wind in die örtliche Wirtschaftspolitik gebracht werden.

3.    Schaffung von Infrastruktur und wirtschaftsfreundlichen Standortfaktoren

Bereits ansässige und ansiedlungswillige Betriebe fragen sich, ob die örtliche Infrastruktur und andere Standortfaktoren ihrem Bedarf entsprechen. Dabei spielt insbesondere die mittel- bis langfristige Entwicklungsperspektive eine Rolle: Wird das Breitbandnetz den zukünftigen Anforderungen genügen? Wie steht es um eine bezahlbare Energieversorgung?

4.    Möglichkeiten zur Qualifikation und Aktivitäten zur Fachkräftesicherung

Ein sich verstärkender Fachkräftemangel ist in Stadt und Land gleichermaßen Thema. Angesichts der Anziehungskraft, die das Großstadtleben gerade auf junge Menschen ausübt, führt die Gleichzeitigkeit von Fachkräftemangel und demographischer Entwicklung im ländlichen Raum aber noch zu erheblich größeren Herausforderungen als andernorts. Projekte und Initiativen steigern die Zukunftsfähigkeit der Gemeinden: Sie wirken der Abwanderung junger Menschen sowie qualifizierter Beschäftigter entgegen und sichern Fachkräfte vor Ort.

Sich intensiv mit den eigenen wirtschaftlichen Potenzialen und Stärken auseinandergesetzt hat sich die Gemeinde Klixbüll in Nordfriesland, die 2018 mit dem ersten Sonder-Preis der Wirtschaft ausgezeichnet wurde. Die Gemeinde konnte auf lokaler, regionaler und globaler Ebene wirtschaftliche Chancen ausloten. Die ersten Umsetzungserfolge überzeugten die Jury des Sonderpreises insbesondere, da man sich hierbei an den von der UN-Generalversammlung verabschiedeten Zielen zur nachhaltigen Entwicklung orientierte.

„Ein wichtiges Ziel unseres Sonder-Preises ist es, die Sichtbarkeit solcher Initiativen für mehr Wirtschaftsorientierung im ländlichen Raum zu erhöhen. Dadurch sollen auch Gemeinden, die sich noch nicht in ausreichend um dieses Thema kümmern, zu Aktivitäten ermutigt werden“, sagt Björn Ipsen. Insgesamt gehe es darum, noch mehr kommunale Akteure dazu anzuregen, intensiver über die Verbesserung der örtlichen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft nachzudenken und hierzu gemeinsam mit den Unternehmen vor Ort Aktivitäten zu starten.

Alle am Wettbewerb teilnehmenden Gemeinden mit maximal 3.000 Einwohnern haben dieses Jahr die Chance, mit dem Sonder-Preis in Höhe von 5.000 Euro ausgezeichnet zu werden und den Wettbewerb zu nutzen, einen Blick auf ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten zu werfen. Weitere Informationen: www.schleswig-holstein.de/dorfwettbewerb

Kontakt

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Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Onlinekommunikation, Kampagnenbeauftragte

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