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Foto: Marketing Handwerk GmbH

Erwartungen des Handwerks zur Bundestagswahl 2021

Am 26. September findet die nächste Bundestagswahl statt. In diesem Kontext hat auch das Handwerk wieder viele wertvolle Hinweise an die Politik: Lesen Sie auf dieser Seite mehr über unsere Kernforderungen zur Bundestagswahl 2021.

Ansprechpartner

Michael Saß

Wirtschaftspolitischer Referent

Telefon: 0451 1506-210
Mobil: 0159 04390527
msass@hwk-luebeck.de

Was aus unserer Sicht zu tun ist

Die Corona-Pandemie hat viele Gewissheiten in Frage gestellt. Daher ist jetzt eine Politik erforderlich, die Betriebe und Beschäftigte in dieser schwierigen Phase unterstützt. Aber auch ohne die Effekte der Corona-Krise waren und sind die Herausforderungen enorm. Zur Bewältigung dieser vielfältigen Herausforderungen ist ein positiver Zukunftsentwurf notwendig: Ein Gestaltungsplan mit dem Ziel, Wohlstand und Beschäftigung langfristig auf Basis der Sozialen Markwirtschaft zu sichern. Vor allem bei Digitalisierung und Nachhaltigkeit müssen die großen Chancen genutzt werden. Das Handwerk wird seinen Beitrag zur Gestaltung der gemeinsamen Zukunft leisten: Innovativ, nachhaltig und mit großem Ausbildungsengagement.

Handwerk: Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft

Betriebe stärken

Bürokratieabbau und lebensnähere Rechtssetzung

Die Erfüllung der zahlreichen Bürokratiepflichten erfordert in den meist kleinen Handwerksbetrieben einen sehr hohen Aufwand. Regelungen, die keinen erkennbaren Nutzen haben, sind deshalb abzubauen und unvermeidbare Regelungen sind lebensnäher bzw. praxisgerechter auszugestalten.

Lohnzusatzkosten begrenzen

Ein wesentlicher finanzieller Belastungsfaktor für das personalintensive Handwerk sind die Lohnzusatzkosten, bei denen aufgrund der demographischen Entwicklung ein weiterer deutlicher Anstieg droht. Die Beiträge zu den Sozialversicherungen müssen daher dauerhaft auf unter 40 Prozent begrenzt werden. Es gilt, Belastbarkeit und soziale Absicherung für heutige und künftige Generationen in Einklang zu bringen.

Fachkräfte qualifizieren

Ausbildung für Nachwuchskräfte und Betriebe attraktiver machen

Handwerksbetriebe leisten einen wichtigen Beitrag zur Qualifizierung junger Menschen und tragen damit wesentlich zur Fachkräftesicherung in Deutschland bei. Die Politik ist gefordert, das Ausbildungsengagement der Betriebe anzuerkennen sowie Betriebe und Auszubildende im Sinne der Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung auf der Kostenseite zu entlasten.

Gleichwertigkeit der beruflichen Bildung weiter stärken

Die Gleichwertigkeit der Bildungssysteme ist rechtsverbindlich zu regeln und qualitativ zu sichern, damit ein Berufsweg im Handwerk als adäquate Alternative zum Studium sichtbar wird. Durch frühzeitig ansetzende bundesweite Berufsorientierung an allen Schulformen, insbesondere den Gymnasien, ist Transparenz über die Gleichwertigkeit der Bildungssysteme und die Vielfalt der individuellen Entwicklungsmöglichkeiten im Handwerk herzustellen.

Digitalisierung vorantreiben

Digitalisierungsprozesse in den Betrieben intensivieren, Breitbandversorgung sicherstellen 

Gerade kleinere Handwerksbetriebe brauchen Unterstützung beim Aufbau digitaler Kompetenzen und bei der Umsetzung passender Digitalisierungsstrategien. Erfolgreiche Unterstützungsangebote wie Beratungsstellen für die Betriebe sowie die Förderinstrumente zur Stärkung der Digitalisierungsprozesse sind daher zu verstetigen. Außerdem ist die Breitbandinfrastruktur vor allem im ländlichen Raum weiter mit Hochdruck auszubauen.

Digitale Verwaltung ausbauen

Der Staat muss die für Bürger und Betriebe wichtigen Leistungen wie die Bearbeitung von Bauanträgen, die Zulassung von Kraftfahrzeugen, die Ausstellung von Bescheinigungen und Ausweispapieren etc. vollständig digital anbieten. Durch die längst überfällige Einführung von digitalen Bürger- bzw. Betriebskonten ist zu vermeiden, dass die Nutzer ihre Stammdaten bei jedem Antrag erneut eingeben müssen.

Nachhaltigkeit gestalten, Mobilität sichern

Handwerk bei Gestaltung der Nachhaltigkeitswende einbeziehen

Das Handwerk ist in vielfältiger Weise in die Verwirklichung eines nachhaltigen Lebens und Wirtschaftens eingebunden: Bei der Umsetzung energetischen Bauens, als Teilhaber am Verkehr, als Nutzer von Energie, als Anker für Beschäftigung und Ausbildung im ländlichen Raum usw. In vielen Themenbereichen kann das Handwerk daher wichtige Impulse für gesamtgesellschaftliche Lösungen einbringen. Zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen braucht es allerdings ambitionierte und zugleich realistische Vorgaben. Dabei müssen die Auswirkungen auf die Betriebe des Handwerks umfassend geprüft werden, um sicherzustellen, dass zu stark belastende Auflagen vermieden werden.

Öffentliche Infrastruktur ausbauen

Verkehrsinfrastruktur ist für das Handwerk vor Ort ein zentraler Standortfaktor. Weitere Investitionen für Erhaltung und Ausbau der Verkehrswege des Bundes sind unverzichtbar, ergänzt um flankierende Finanzierungen des Bundes für den öffentlichen Verkehr in Städten und Regionen. Für Handwerksverkehre muss der Innenstadtzugang gesichert bleiben, die Straßenverkehrsordnung muss die Anforderungen des Handwerksverkehrs berücksichtigen.