Logo der Handwerkskammer Lübeck

Foto: Syda Productions/stock.adobe.com

Verhaltensregeln im Betrieb

Während viele Beschäftigte inzwischen von Zuhause aus arbeiten, können Handwerker nicht einfach ins Homeoffice wechseln. Ein enger Kontakt zu Kunden lässt sich oft nicht vermeiden. Welche Schutzmaßnahmen es für Handwerker gibt, erfahren Sie hier. Außerdem: Wie verhalte ich mich bei Verdachtsfällen im Betrieb?

Ansprechpartner

Für Fragen stehen Ihnen unsere Mitarbeiter aus der Betriebsberatung, der Rechtsauskunft und unsere Ausbildungsberater zur Verfügung.

Ansprechpartner in der Coronakrise

Verdachtsfall im Betrieb

Was sollten Sie tun, wenn Sie in Ihrem Betrieb einen ernsthaften Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung haben oder es einen Verdachtsfall im Umfeld der Beschäftigten (zum Beispiel in der Familie) gibt?

Corona-Verdacht bei einem Mitarbeiter

Treten bei Mitarbeitern in Ihrem Betrieb Symptome einer Covid-19-Erkrankung auf, sollten Sie sich unmittelbar an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden. Die Kontaktdaten können Sie über die  Datenbank des Robert Koch-Instituts abfragen. Das Gesundheitsamt ist dann sowohl für den Meldeweg als auch für die Verhängung weiterer Maßnahmen zuständig. Zudem informiert die Behörde Sie unter anderem darüber, wie Sie sich zu verhalten haben. Eine Broschüre von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen nennt die richtigen Ansprechpartner und gibt Hinweise, wie auch in dieser Situation Sicherheit und Gesundheit im Betrieb bestmöglich gewahrt werden können. Das Robert Koch-Institut stellt eine Orientierungshilfe für Bürger zur Verfügung, die Schritt für Schritt erläutert, wie im Verdachtsfall vorzugehen ist.

Verdachtsfall im Umfeld eines Mitarbeiters

Wenn es einen Verdachtsfall im Umfeld der Beschäftigten (zum Beispiel in der Familie) gibt, kommt es für die weiteren Maßnahmen darauf an, in welche Kategorie die Kontaktperson fällt. Solange bei der Kontaktperson kein Testergebnis vorliegt, ist der Beschäftigte in der Regel nicht verpflichtet, sich in Quarantäne zu begeben – es sei denn das Gesundheitsamt hat dies angeordnet. Wenn sich der Verdacht durch einen positiven Test bestätigt und Ihr Beschäftigter engen Kontakt zu der Person hatten, wird vom Gesundheitsamt eine Quarantäne angeordnet. Beispielhafte Informationsübersichten über die Kontaktkategorien finden Sie im Infokasten.

Weitere Informationen zu diesem Themenbereich finden Sie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums „Zusammen gegen Corona“.

Kategorien von Kontaktpersonen

Übersicht Kontaktpersonen (682,7 KB)

Kontaktpersonennachverfolgung

Infoblatt vom Robert Koch-Institut

Arbeitsschutzregel konkretisiert den Arbeitsschutzstandard des BMAS

Um das Infektionsrisiko für Beschäftigte zu senken und Neuinfektionen im betrieblichen Alltag zu verhindern, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) einen allgemeinen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard bekanntgegeben. Im August 2020 wurden diese Standards weiter konkretisiert durch die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel. Die Arbeitsschutzregel gilt für den Zeitraum der Corona-Pandemie ausnahmslos für alle Wirtschaftsbereiche und kann bei neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen weiter angepasst werden.

Allgemeine Maßnahmen:

  • Arbeitsschutz muss um betriebliche Maßnahmen zum Infektionsschutz vor SARS-CoV-2 ergänzt werden
  • Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern gilt auch bei der Arbeit
  • Abläufe müssen so organisiert werden, dass die Beschäftigten möglichst wenig direkten Kontakt zueinander haben
  • Bei unvermeidlichem direkten Kontakt ist für zusätzlichen Schutz zu sorgen.
  • Zusätzliche Hygienemaßnahmen treffen
  • Niemals krank zur Arbeit

Branchenspezifische Arbeitsschutzstandards

Da die notwendigen Maßnahmen je nach Handwerk verschieden sind, wird es branchenspezifische Vorgaben geben, die den SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandard des Bundesarbeitsministeriums konkretisieren bzw. ergänzen. Die Berufsgenossenschaften bemühen sich derzeit, solche branchenspezifischen Konkretisierungen zu erstellen und auf den Internetseiten der jeweiligen Berufsgenossenschaft zur Verfügung zu stellen. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hat eine Übersicht der Informationsangebote und Konkretisierungen aller Berufsgenossenschaften zum betrieblichen Infektionsschutz vor SARS-CoV-2 veröffentlicht.

Friseur: Arbeitsschutzstandard

Seit dem 18. Mai sind wieder alle Friseurdienstleistungen erlaubt. Insbesondere dürfen Tätigkeiten am Gesicht des Kunden (z.B. Bartrasur, Bartpflege, Augenbrauen- und Wimpernfärben) ausgeführt werden, sofern besondere Schutzmaßnahmen die Übertragung des Coronavirus ausschließen. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat einen Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk erstellt.

Hinweise zur Klarstellung:
Friseurbetriebe müssen beim Gesundheitsamt kein „Hygienekonzept“ zur Genehmigung einreichen. Erforderlich ist, dass der von der BGW erstellte Arbeitsschutzstandard nachweisbar umgesetzt und eingehalten wird.

Weitere Infos

Friseurhandwerk

Erhebung von Kontaktdaten

Nach den Arbeitsschutzstandards der BGW ist die Erhebung von Kontaktdaten der Kunden sowie Zeitpunkt des Betretens/Verlassens des Salons zur etwaigen Nachverfolgung von Infektionsketten erforderlich. Hierbei sind die Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung zu erfüllen. Dazu zählen insbesondere die Einhaltung von Informationspflichten nach Artikel 13 DSGVO, die Einhaltung von Löschregeln nach Artikel 17 DSGVO und die Erfüllung technisch-organisatorischer Anforderungen nach Artikel 32 DSGVO.

Die Daten sind für einen Zeitraum von 6 Wochen aufzubewahren und dann zu vernichten. Es ist zu gewährleisten, dass unbefugte Dritte davon keine Kenntnis erlangen. Daher ist es insbesondere nicht zulässig, die Kunden zur Eintragung auf Listen zu veranlassen, auf denen die vorherigen Einträge anderer Personen ersichtlich sind. Eine anderweitige Verwendung ist unzulässig. Hinweise und ein Muster zur Erhebung der Kontaktdaten am Beispiel eines Friseurbetriebes finden Sie rechts als Download.

Kosmetik: Arbeitsschutzstandard

Seit dem 18. Mai sind wieder kosmetische Dienstleistungen erlaubt. Insbesondere dürfen Tätigkeiten am Gesicht des Kunden ausgeführt werden, sofern besondere Schutzmaßnahmen die Übertragung des Coronavirus ausschließen. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat Arbeitsschutzstandards für Kosmetikstudios sowie für Fußpflegeeinrichtungen und Nagelstudios erstellt.

Hinweise zur Klarstellung:
Kosmetikbetriebe müssen beim Gesundheitsamt kein „Hygienekonzept“ zur Genehmigung einreichen. Erforderlich ist, dass der von der BGW erstellte Arbeitsschutzstandard nachweisbar umgesetzt und eingehalten wird.

Nahrungsmittelhandwerk: Handlungshilfen

Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) hat umfangreiche Handlungshilfen für die Betriebe im Nahrungsmittelhandwerk zur Verfügung gestellt.

Betriebe mit Gastronomie

Voraussetzung für die Öffnung von gastronomischen Bereichen im Nahrungsmittelhandwerk ist, dass die betroffenen Betriebe ein Hygienekonzept erstellen, mit dem sie die notwendigen Vorkehrungen zur Einhaltung von Hygiene- und Schutzmaßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus treffen. Die Konzepte sind in den Betrieben umzusetzen und auf Verlangen der zuständigen Behörden vorzuzeigen, ggf. in vereinfachter Form auszuhängen. Die Landesregierung Schleswig-Holstein hat für die Gastro-Branche einen begleitenden Leitfaden für die notwendigen Schutz- und Hygiene-Konzepte herausgegeben. Dieser enthält Vorgaben, die Mindeststands sind und als Grundlage für ein betriebliches Hygienekonzept dienen sollen. Die Mindeststandards können und sollen durch weitere geeignete Maßnahmen erweitert werden, die z.B. unter Einbeziehung der Empfehlungen des Robert Koch Instituts (RKI) und insbesondere der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN), von den Betrieben erarbeitet werden und sich an den individuellen betrieblichen Besonderheiten orientieren müssen.

Schutzmaßnahmen im Kundendienst

Für Handwerker im Kundendienst empfiehlt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) die Einhaltung bestimmter Schutzmaßnahmen.

Weitere Infos

DGUV

Schutz vor Ansteckung auf Baustellen

Auf Baustellen arbeiten häufig viele Beschäftigte unterschiedlicher Unternehmen und Gewerke eng zusammen. Das birgt ein erhöhtes Risiko für gegenseitige Ansteckung mit dem Corona-Virus. Sowohl Bauherrn als auch Arbeitgeber sind verpflichtet, Maßnahmen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten auf Baustellen zu treffen. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft informiert auf ihren Internetseiten für den Bereich Bauleistungen und baunahe Dienstleistungen.

Das Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein hat über eine Reihe an (Sofort-) Maßnahmen informiert, um das Infektionsrisiko auf Baustellen zu verringern.

Plakate zum Ausdrucken

Abstandhalten ist momentan eine der wichtigsten Regeln, Mundschutz ist in einigen öffentlichen Bereichen Pflicht. Nutzen Sie gerne die Plakate im Stil der Imagekampagne, um Ihre Kunden daran zu erinnern. Die Plakate können Sie auf handelsüblichen Druckern ausdrucken und in Bereichen mit Publikumsverkehr aushängen.