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Coronavirus: Finanzielle Hilfsmaßnahmen

Bundes- und Landesregierung haben umfassende Hilfsmaßnahmen für Betriebe beschlossen, die von den wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus betroffen sind. Hier erhalten Sie einen Überblick über die Maßnahmen und weiterführende Informationsquellen.

Ansprechpartner

Für Fragen stehen Ihnen unsere Mitarbeiter aus der Betriebsberatung, der Rechtsauskunft und unsere Ausbildungsberater zur Verfügung.

Ansprechpartner in der Coronakrise

Antragstellung für die Corona-Soforthilfeprogramme nur noch bis 31. Mai 2020 möglich

Anträge auf Zuschüsse im Rahmen der beiden Corona-Soforthilfeprogramme für Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten sowie für Betriebe mit mehr als zehn bis zu 50 Beschäftigten können nur noch bis zum 31. Mai 2020 gestellt werden. Die Anträge sind online bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein zu stellen. Weitere Informationen finden Sie auf dieser Seite.

Corona-Soforthilfe-Programm für Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigten

Seit dem 26. März 2020 können Zuschüsse aus dem Soforthilfe-Programm des Landes Schleswig-Holstein mit finanzieller Unterstützung des Bundes bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) beantragt werden. Die Corona-Soforthilfe soll kleinere Gewerbetriebe und Selbständige rasch und unbürokratisch finanziell unterstützen, die durch die Corona-Pandemie in eine akute existenzbedrohende wirtschaftliche Lage und in Liquiditätsengpässe geraten sind.

Was wird gefördert?

Mit der Soforthilfe werden Leistungen gewährt, um aktuelle Liquiditätsengpässe durch laufende Betriebsausgaben wie zum Beispiel Mieten, Kredite für Betriebsräume und Leasingraten in den nächsten drei Monaten überbrücken zu können. Der Antragsteller muss versichern, dass die Soforthilfe durch die Corona-Maßnahmen im März 2020 notwendig geworden ist und die vorhandenen liquiden Mittel nicht ausreichen, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten wie zum Beispiel Mietzahlungen zu decken.

Wer wird gefördert?

Antragsberechtigt sind kleine Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) sowie Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe, die im Haupterwerb alle folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie sind wirtschaftlich und damit dauerhaft am Markt als Unternehmen oder als Selbstständige tätig.
  • Sie führen Ihre Tätigkeit von einer Betriebsstätte in Schleswig-Holstein oder einem Sitz in Schleswig-Holstein der Geschäftsführung aus.
  • Sie sind bei einem deutschen Finanzamt angemeldet.
  • Sie haben Ihre Waren und Dienstleistungen bereits vor dem 1. April 2020 am Markt angeboten.

Von der Förderung ausgenommen sind:

Grundsicherung für Soloselbstständige und Kleinunternehmer

Privatentnahmen zählen nicht zum Sach- und Finanzaufwand und können daher nicht über das Soforthilfe-Programm erstattet werden. Wenn die Entnahmemöglichkeiten aus der Selbstständigkeit nicht mehr ausreichen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, unter anderem für private Ausgaben (Miete, Lebensmittel, private Versicherungen usw.), Krankenversicherung, kann ein vereinfachter Antrag auf Grundsicherung/Arbeitslosengeld II beim Job Center am jeweiligen Wohnsitz gestellt werden. Weitere Infos: Bundesagentur für Arbeit

Wie wird gefördert?

Die Soforthilfe wird als nicht rückzahlbarer einmaliger Zuschuss zur Überwindung der existenzbedrohenden Wirtschaftslage gewährt, die durch den von der Weltgesundheitsorganisation am 11. März 2020 als Pandemie eingestuften Ausbruch von COVID-19 entstanden ist. Je nach Höhe des im Antrag dargelegten Liquiditätsengpasses beträgt diese Soforthilfe:

  • Bis zu 9.000 Euro bei bis zu fünf Beschäftigten
  • Bis zu 15.000 Euro bei über fünf und bis zu zehn Beschäftigten

Für die Anzahl der Beschäftigten ist auf Vollzeitäquivalente abzustellen, das heißt Teilzeitkräfte sind in Vollzeitäquivalente umzurechnen. Ein Vollzeitäquivalent entspricht einer wöchentlichen Arbeitszeit von 39 Stunden.

Förderung beantragen

Die IB.SH hat ihr Antragsverfahren umgestellt: Antragsteller müssen ihren Antrag nun elektronisch via Upload bei der IB.SH einreichen. Anträge können also nicht mehr per Mail gestellt werden. Bitte achten Sie darauf, dass der Antrag vollständig ausgefüllt und unterzeichnet ist. Dem Antrag ist in der Regel ein Handelsregisterauszug oder die Gewerbeanmeldung beizufügen beziehungsweise (wenn dies nicht vorhanden ist) eine Personalausweiskopie.

Die Auszahlung der Mittel erfolgt kurzfristig auf der Grundlage des eingereichten und geprüften Antrags auf das im Antrag angegebene Konto des Antragstellers. Es ist kein extra Auszahlungsantrag erforderlich. Das Soforthilfe-Programm verzichtet bewusst auf ein anspruchsvolles und bürokratisches Antragsverfahren, um eine rasche und unbürokratische Auszahlung zu gewährleisten. Die Angaben zum Antrag müssen aber richtig sein - Falschangaben führen zu entsprechenden Konsequenzen. Anträge sind bis spätestens 31. Mai 2020 zu stellen.

Antrag zum Corona-Soforthilfe-Programm für Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigten

Antragsformular downloaden (1880,1 KB)

Antrag einreichen

Antragsupload

Weitere Infos

Corona-Soforthilfe-Programm: Übersicht

Anleitung zur Antragstellung

FAQs zum Antrag

Landesprogramm Corona-Soforthilfe für Betriebe mit mehr als 10 und bis zu 50 Beschäftigten

Seit dem 14. April 2020 steht ein Zuschussprogramm des Landes Schleswig-Holstein zur Verfügung, das Betriebe mit mehr als 10 und bis zu 50 Beschäftigten finanziell unterstützen soll, die durch die Corona-Pandemie in eine akute existenzbedrohende wirtschaftliche Lage und einen Liquiditätsengpass geraten sind. Die Förderbedingungen entsprechen weitgehend denen des Corona-Soforthilfe-Programms für Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigten. Abweichend davon kann die Soforthilfe hier als nicht rückzahlbarer einmaliger Zuschuss in Höhe von bis zu 30.000 Euro gewährt werden.

Förderung beantragen

Anträge können ausschließlich via Upload bei der IB.SH gestellt werden. Bitte achten Sie darauf, dass der Antrag vollständig ausgefüllt und unterzeichnet ist. Dem Antrag ist in der Regel ein Handelsregisterauszug oder die Gewerbeanmeldung beizufügen beziehungsweise (wenn dies nicht vorhanden ist) eine Personalausweiskopie.

Die Auszahlung der Mittel erfolgt kurzfristig auf der Grundlage des eingereichten und geprüften Antrags auf das Konto der Antragsteller. Es ist kein separater Auszahlungsantrag erforderlich. Die Angaben zum Antrag müssen aber richtig sein – Falschangaben führen zu entsprechenden Konsequenzen. Anträge sind bis spätestens 31. Mai 2020 zu stellen.

Antrag zum Landesprogramm (mehr als 10 und bis zu 50 Beschäftigte)

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Antrag einreichen

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Weitere Infos

Landesprogramm Corona-Soforthilfe

Anleitung zur Antragstellung

FAQs zum Antrag

Weitere Hilfen des Bundes: Kreditvergabemöglichkeiten und zusätzliche KFW-Sonderprogramme

Über dieses Zuschussprogramm hinaus hat der Bund die bestehenden Instrumente zur Flankierung des Kreditangebots der Geschäftsbanken und Sparkassen ausgeweitet und für mehr Unternehmen verfügbar gemacht. Zwei Punkte sind für das Handwerk besonders wichtig.

Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein

Die Kreditvergabemöglichkeiten der Bürgschaftsbanken - also auch der Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein - werden deutlich ausgeweitet: Der Bürgschaftshöchstbetrag wird auf 2,5 Millionen Euro verdoppelt. Die Obergrenze von 35 Prozent Betriebsmitteln am Gesamtobligo der Bürgschaftsbanken wird auf 50 Prozent erhöht. Um die Liquiditätsbereitstellung zu beschleunigen, eröffnet der Bund die Möglichkeit, dass die Bürgschaftsbanken Bürgschaftsentscheidungen bis zu einem Betrag von 250.000 Euro eigenständig und innerhalb von drei Tagen treffen können.

Die Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein bietet in diesem Zusammenhang das Programm BB Express an. Damit können unter anderem Liquiditätskredite bis 100.000 Euro gegenüber der Hausbank mit 90 Prozent Verbürgung abgesichert werden. Das Programm ist vorerst bis zum 31. Mai 2020 ausgelegt.

KFW-Schnellkredit für den Mittelstand

Für Unternehmen, die krisenbedingt vorrübergehend in ernsthaftere Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind und daher nicht ohne weiteres Zugang zu den bestehenden Förderprogrammen haben, stehen zusätzliche Sonderprogramme bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Verfügung.

Am 6. April hat die Bundesregierung den weitergehenden KfW-Schnellkredit für den Mittelstand für den Mittelstand beschlossen. Der Kredit steht mittelständischen Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten zur Verfügung, die mindestens seit dem 1. Januar 2019 am Markt aktiv gewesen sind. Das Kreditvolumen pro Unternehmen beträgt bis zu drei Monatsumsätzen des Jahres 2019: maximal 800.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von über 50 Mitarbeitern und maximal 500.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von bis zu 50. Das Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und muss zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen. Der Zinssatz beträgt aktuell drei Prozent, die Laufzeit zehn Jahre. Die Bank erhält eine Haftungsfreistellung in Höhe von 100 Prozent durch die KfW - abgesichert durch eine Garantie des Bundes. Die Kreditbewilligung erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Hierdurch kann der Kredit zügig bewilligt werden.

Weitere Infos

KfW-Corona-Hilfe

Wichtig: Kontakt zur Hausbank

Betriebe, die von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen sind, sollten sich zunächst an ihre Hausbank wenden (soweit vorhanden). So kann sichergestellt werden, dass ergänzend zu den derzeit auf den Weg gebrachten staatlichen Soforthilfen die bestmöglichen Finanzierungs- und Förderinstrumente genutzt werden. Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie private Banken haben erklärt, dass sie in der aktuellen Krise an der Seite ihrer Kunden stehen. Vor dem Hintergrund der Corona-Situation ändern die Institute derzeit vielfach ihre Öffnungszeiten und veröffentlichen aktuelle Hinweise dazu, wie sie für ihre Kunden telefonisch oder online erreichbar sind. Behalten Sie daher bitte die Webseite Ihrer Bank oder Sparkasse im Blick.

Hilfen bei Arbeitsausfällen

Das Coronavirus kann durch Lieferengpässe oder Schutzmaßnahmen kurzfristig erhebliche Arbeitsausfälle verursachen. Wie Handwerksbetriebe und Beschäftigte damit umgehen können, erfahren sie auf dieser Seite.

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Steuerliche Liquiditätshilfe für Unternehmen

Um die Liquidität bei Unternehmen zu verbessern, werden die Möglichkeiten zur Stundung von Steuerzahlungen, zur Senkung von Vorauszahlungen und im Bereich der Vollstreckung verbessert.

Die Landesregierung ermöglicht zinslose Steuerstundungen für betroffene Unternehmen. Unmittelbar und erheblich betroffene Steuerpflichtige können bis zum 31. Dezember 2020 unter Darlegung ihrer Verhältnisse Anträge auf Stundung der bis zu diesem Zeitpunkt bereits fälligen oder fällig werdenden Steuern, sowie Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen auf die Einkommen- Körperschaftsteuer stellen. Erleichterungen werden beim Nachweis der durch die Auswirkungen des Coronavirus geänderten Situation gewährt.

Ansprechpartner

Aufgrund der Vielzahl an möglichen Einzelmaßnahmen empfehlen wir Ihnen, sich ergänzend an Ihren Steuerberater zu wenden.

FAQs zu steuerlichen Liquiditätshilfen

An wen ist der Stundungs- oder Erlassantrag zu richten?

Das kommt auf die Steuer an. So ist beispielswiese ein Stundungsantrag betreffend der Einkommen- oder Körperschaftsteuer an das örtlich zuständige Finanzamt zu richten. Dagegen sind für die Stundung oder den Erlass der Gewerbesteuer in Schleswig-Holstein die Gemeinden zuständig.

Wie ist der Antrag auf Steuerstundung zu stellen?

Der Antrag auf Steuerstundung wird formlos gestellt.

Sind auch Stundungen für nach dem 31. Dezember 2020 fällige Steuern möglich?

Ja, aber sie müssen besonders begründet werden. Die Nachweiserleichterungen gelten nur für bis zum 31. Dezember 2020 gestellte Anträge.

Wie erreiche ich das Finanzamt?

Die Finanzämter sind für den Publikumsverkehr geschlossen. Bürgerinnen und Bürger können ihre steuerlichen Angelegenheiten dennoch weiterhin klären: Die Finanzämter sind zu den gewohnten Zeiten per Telefon, Fax oder Brief zu erreichen.


Kontaktdaten der Finanzämter

Werden Vollstreckungsmaßnahmen für Betroffene ausgesetzt?

Ja. Von Vollstreckungsmaßnahmen bei unmittelbar und erheblich betroffenen Steuerpflichtigen soll bis zum 31. Dezember 2020 bei allen rückständigen oder bis zu diesem Zeitpunkt fällig werdenden Steuern, die unter Punkt 1 genannt sind, abgesehen werden.

Weitere FAQs zu steuerlichen Maßnahmen

FAQs vom Bundesfinanzministerium (221,4 KB)

Matrix zur Liquiditätssicherung

Übersicht zu steuerlichen Maßnahmen (209,8 KB)

Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen

Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen

Grundsätzlich können Betriebe bei ihren Einzugsstellen (gesetzlichen Krankenkassen) die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge unter Hinweis auf Liquiditätsengpässe durch die Coronakrise beantragen. Allerdings müssen Unterstützungs- und Hilfsmaßnahmen der von Bund und Ländern bereitgestellten Rettungsschirme – z.B. Zuschüsse, Förderkredite oder Steuerstundungen – vorrangig in Anspruch genommen werden. Anträge zur Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen müssen an alle Krankenkassen gerichtet werden, bei denen die Mitarbeiter versichert sind. Sind Beschäftigte bei verschiedenen Krankenkassen versichert, muss der Stundungsantrag bei jeder Krankenkasse separat gestellt werden.

Unfallversicherung

Der Spitzenverband der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) weist darauf hin, dass Unfallversicherungsträger ebenfalls Beitragserleichterungen anbieten. Ein Antrag auf Stundung von Unfallversicherungsbeiträgen ist bei der jeweilige Berufsgenossenschaft zu stellen.

Handwerkerrentenversicherung – Beiträge können bis 31. Oktober 2020 ausgesetzt werden

Selbständige, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig sind (in der Regel über die Handwerkerrentenversicherung) und durch die Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten, können auf Antrag ihre Beitragszahlung bis 31. Oktober 2020 aussetzen. Hierauf weist die Deutsche Rentenversicherung hin. Betroffene können sich unter Hinweis auf die Corona-Pandemie formlos an ihren Rentenversicherungsträger wenden und eine Aussetzung der laufenden Beitragszahlung beantragen.