Logo der Handwerkskammer Lübeck

Foto: vegefox.com/stock.adobe.com

Coronavirus: Finanzielle Hilfsmaßnahmen

Bundes- und Landesregierung haben umfassende Hilfsmaßnahmen für Betriebe beschlossen, die von den wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus betroffen sind. Hier erhalten Sie einen Überblick über die Maßnahmen und weiterführende Informationsquellen.

Ansprechpartner

Für Fragen stehen Ihnen unsere Mitarbeiter aus der Betriebsberatung, der Rechtsauskunft und unsere Ausbildungsberater zur Verfügung.

Ansprechpartner in der Coronakrise

Aktuell: Landesregierung will Corona-Hilfe ausweiten

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hat am 2. April 2020 angekündigt, die bereits verfügbaren Soforthilfe-Zuschüsse auszuweiten: Von der Corona-Pandemie betroffene Betriebe mit 11 bis 50 Beschäftigten sollen nun auch Zuschüsse erhalten. Zuvor war eine Förderung nur für Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten vorgesehen. Für dieses Zuschussprogramm werden Mittel aus dem Landeshaushalt bereitgestellt. Die bereits bekannten Kernpunkte sind: Zuschuss-Höchstbetrag von 30.000 Euro für drei Monate, Abwicklung über die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), Mittelausstattung von insgesamt 150 Millionen Euro. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz kündigte an, dass es einige Tage dauern werden, einen Antrags- und Abwicklungsmodus zu entwickeln – voraussichtlich würden die Antragsformulare in der Woche nach Ostern online gestellt. Wir werden Sie hier informieren, sobald eine Antragstellung für dieses Programm möglich ist.

Soforthilfe-Programm des Landes Schleswig-Holstein mit finanzieller Unterstützung des Bundes

Seit dem 26. März 2020 können Zuschüsse aus dem Soforthilfe-Programm bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) beantragt werden. Die Corona-Soforthilfe soll kleinere Gewerbetriebe und Selbständige rasch und unbürokratisch finanziell unterstützen, die durch die Corona-Pandemie in eine akute existenzbedrohende wirtschaftliche Lage und in Liquiditätsengpässe geraten sind.

Was wird gefördert?

Mit der Soforthilfe werden Leistungen gewährt, um aktuelle Liquiditätsengpässe durch laufende Betriebsausgaben wie zum Beispiel Mieten, Kredite für Betriebsräume und Leasingraten in den nächsten drei Monaten überbrücken zu können. Der Antragsteller muss versichern, dass die Soforthilfe durch die Corona-Maßnahmen im März 2020 notwendig geworden ist und die vorhandenen liquiden Mittel nicht ausreichen, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten wie zum Beispiel Mietzahlungen zu decken.

Wer wird gefördert?

Antragsberechtigt sind kleine Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) sowie Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe, die im Haupterwerb alle folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie sind wirtschaftlich und damit dauerhaft am Markt als Unternehmen oder als Selbstständige tätig.
  • Sie führen Ihre Tätigkeit von einer Betriebsstätte in Schleswig-Holstein oder einem Sitz in Schleswig-Holstein der Geschäftsführung aus.
  • Sie sind bei einem deutschen Finanzamt angemeldet.
  • Sie haben Ihre Waren und Dienstleistungen bereits vor dem 1. Dezember 2019 am Markt angeboten.

Von der Förderung ausgenommen sind:

Wie wird gefördert?

Die Soforthilfe wird als nicht rückzahlbarer einmaliger Zuschuss zur Überwindung der existenzbedrohenden Wirtschaftslage gewährt, die durch den von der Weltgesundheitsorganisation am 11. März 2020 als Pandemie eingestuften Ausbruch von COVID-19 entstanden ist. Je nach Höhe des im Antrag dargelegten Liquiditätsengpasses beträgt diese Soforthilfe:

  • Bis zu 9.000 Euro bei bis zu fünf Beschäftigten
  • Bis zu 15.000 Euro bei über fünf und bis zu zehn Beschäftigten

Für die Anzahl der Beschäftigten ist auf Vollzeitäquivalente abzustellen, das heißt Teilzeitkräfte sind in Vollzeitäquivalente umzurechnen. Ein Vollzeitäquivalent entspricht einer wöchentlichen Arbeitszeit von 39 Stunden.

Förderung beantragen

Die IB.SH hat ihr Antragsverfahren umgestellt: Antragsteller müssen ihren Antrag nun elektronisch via Upload bei der IB.SH einreichen. Anträge können also nicht mehr per Mail gestellt werden. Bitte achten Sie darauf, dass der Antrag vollständig ausgefüllt und unterzeichnet ist. Dem Antrag ist in der Regel ein Handelsregisterauszug oder die Gewerbeanmeldung beizufügen beziehungsweise (wenn dies nicht vorhanden ist) eine Personalausweiskopie.

Die Auszahlung der Mittel erfolgt kurzfristig auf der Grundlage des eingereichten und geprüften Antrags auf das im Antrag angegebene Konto des Antragstellers. Es ist kein extra Auszahlungsantrag erforderlich. Das Soforthilfe-Programm verzichtet bewusst auf ein anspruchsvolles und bürokratisches Antragsverfahren, um eine rasche und unbürokratische Auszahlung zu gewährleisten. Die Angaben zum Antrag müssen aber richtig sein - Falschangaben führen zu entsprechenden Konsequenzen. Anträge sind bis spätestens 31. Mai 2020 zu stellen.

Weitere Hilfen des Bundes: Kreditvergabemöglichkeiten und zusätzliche KFW-Sonderprogramme

Über dieses Zuschussprogramm hinaus hat der Bund die bestehenden Instrumente zur Flankierung des Kreditangebots der Geschäftsbanken und Sparkassen ausgeweitet und für mehr Unternehmen verfügbar gemacht. Zwei Punkte sind für das Handwerk besonders wichtig:

Die Kreditvergabemöglichkeiten der Bürgschaftsbanken - also auch der Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein - werden deutlich ausgeweitet: Der Bürgschaftshöchstbetrag wird auf 2,5 Millionen Euro verdoppelt. Die Obergrenze von 35 Prozent Betriebsmitteln am Gesamtobligo der Bürgschaftsbanken wird auf 50 Prozent erhöht. Um die Liquiditätsbereitstellung zu beschleunigen, eröffnet der Bund die Möglichkeit, dass die Bürgschaftsbanken Bürgschaftsentscheidungen bis zu einem Betrag von 250.000 Euro eigenständig und innerhalb von drei Tagen treffen können.

Die Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein bietet in diesem Zusammenhang das Programm BB Express an. Damit können unter anderem Liquiditätskredite bis 100.000 Euro gegenüber der Hausbank mit 90 Prozent Verbürgung abgesichert werden. Das Programm ist vorerst bis zum 31. Mai 2020 ausgelegt.

Für Unternehmen, die krisenbedingt vorrübergehend in ernsthaftere Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind und daher nicht ohne weiteres Zugang zu den bestehenden Förderprogrammen haben, stehen zusätzliche Sonderprogramme bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Verfügung.

Wichtig: Kontakt zur Hausbank

Betriebe, die von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen sind, sollten sich zunächst an ihre Hausbank wenden (soweit vorhanden). So kann sichergestellt werden, dass ergänzend zu den derzeit auf den Weg gebrachten staatlichen Soforthilfen die bestmöglichen Finanzierungs- und Förderinstrumente genutzt werden. Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie private Banken haben erklärt, dass sie in der aktuellen Krise an der Seite ihrer Kunden stehen. Vor dem Hintergrund der Corona-Situation ändern die Institute derzeit vielfach ihre Öffnungszeiten und veröffentlichen aktuelle Hinweise dazu, wie sie für ihre Kunden telefonisch oder online erreichbar sind. Behalten Sie daher bitte die Webseite Ihrer Bank oder Sparkasse im Blick.

Hilfen bei Arbeitsausfällen

Das Coronavirus kann durch Lieferengpässe oder Schutzmaßnahmen kurzfristig erhebliche Arbeitsausfälle verursachen. Wie Handwerksbetriebe und Beschäftigte damit umgehen können, erfahren sie auf dieser Seite.

mehr lesen

Foto: daniilvolkov/stock.adobe.com

Steuerliche Liquiditätshilfe für Unternehmen

Um die Liquidität bei Unternehmen zu verbessern, werden die Möglichkeiten zur Stundung von Steuerzahlungen, zur Senkung von Vorauszahlungen und im Bereich der Vollstreckung verbessert.

Die Landesregierung ermöglicht zinslose Steuerstundungen für betroffene Unternehmen. Unmittelbar und erheblich betroffene Steuerpflichtige können bis zum 31. Dezember 2020 unter Darlegung ihrer Verhältnisse Anträge auf Stundung der bis zu diesem Zeitpunkt bereits fälligen oder fällig werdenden Steuern, sowie Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen auf die Einkommen- Körperschaftsteuer stellen. Erleichterungen werden beim Nachweis der durch die Auswirkungen des Coronavirus geänderten Situation gewährt.

Ansprechpartner

Aufgrund der Vielzahl an möglichen Einzelmaßnahmen empfehlen wir Ihnen, sich ergänzend an Ihren Steuerberater zu wenden.

FAQs zu steuerlichen Liquiditätshilfen

An wen ist der Stundungs- oder Erlassantrag zu richten?

Das kommt auf die Steuer an. So ist beispielswiese ein Stundungsantrag betreffend der Einkommen- oder Körperschaftsteuer an das örtlich zuständige Finanzamt zu richten. Dagegen sind für die Stundung oder den Erlass der Gewerbesteuer in Schleswig-Holstein die Gemeinden zuständig.

Wie ist der Antrag auf Steuerstundung zu stellen?

Der Antrag auf Steuerstundung wird formlos gestellt.

Sind auch Stundungen für nach dem 31. Dezember 2020 fällige Steuern möglich?

Ja, aber sie müssen besonders begründet werden. Die Nachweiserleichterungen gelten nur für bis zum 31. Dezember 2020 gestellte Anträge.

Wie erreiche ich das Finanzamt?

Die Finanzämter sind für den Publikumsverkehr geschlossen. Bürgerinnen und Bürger können ihre steuerlichen Angelegenheiten dennoch weiterhin klären: Die Finanzämter sind zu den gewohnten Zeiten per Telefon, Fax oder Brief zu erreichen.


Kontaktdaten der Finanzämter

Werden Vollstreckungsmaßnahmen für Betroffene ausgesetzt?

Ja. Von Vollstreckungsmaßnahmen bei unmittelbar und erheblich betroffenen Steuerpflichtigen soll bis zum 31. Dezember 2020 bei allen rückständigen oder bis zu diesem Zeitpunkt fällig werdenden Steuern, die unter Punkt 1 genannt sind, abgesehen werden.

Übersicht über steuerliche Maßnahmen

Antrag auf Stundung

  • Umsatzsteuervorauszahlung
  • Gewerbesteuervorauszahlung
  • Einkommensteuer- bzw. Körperschaftsteuervorauszahlung

Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen

  • Einkommensteuer- bzw. Körperschaftsteuervorauszahlung
  • Amtrag auf Herabsetzung des Gewerbesteuermessbetrages, der maßgeblich ist für die Festsetzung der Gewerbesteuervorauszahlungen

Antrag auf Erstattung Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung 2020

Antrag auf Vollstreckungsaufschub

  • Lohnsteueranmeldung

Antrag auf Fristverlängerung

  • Lohnsteueranmeldung
  • Umsatzsteuervorauszahlungen