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Vorsicht bei angeblichen Abmahnungen unter dem Betreff AZ206/6 Elektronische Zustellung – Unterlassungserklärung

15. Juni 2021

Derzeit erreichen uns vermehrt Anfragen von verunsicherten Handwerksbetrieben, die angebliche Abmahnungen mit dem Betreff „Elektronische Zustellung – Unterlassungserklärung" einer Berliner Rechtsanwaltskanzlei in Ihrem E-Mail-Postfach gefunden haben. Die Onlinesuche nach der genannten Rechtsanwaltskanzlei hat ergeben, dass es diese Kanzlei gar nicht gibt. Weiterhin fiel den Betrieben auf, dass eine Zipp-Datei und ein Passwort in der Mail befindet, damit man sich einwählen kann. Zum Teil wird auch auf einen angeblichen postalischen Vorgang verwiesen.

Hier ist äußerste Vorsicht geboten:

Nach Recherchen der Handwerkskammer dürfte es sich bei diesen Mails allerdings nicht um echte Abmahnungen, sondern um sog. Fake-Abmahnungen handeln. Diese „Masche" ist in der Tat nicht neu. In den bislang bekannt gewordenen Fällen waren den Mails ZIP-Dateien angehängt, auf denen sich angeblich mehr Details zu der vermeintlichen Abmahnung befinden sollen. Alle Texte umreißen das entsprechende Anliegen nur kurz. Um Einzelheiten zu erfahren, müssen Sie die angehängte zip-Datei öffnen.

Bei den ZIP-Dateien handelte es sich jedoch oftmals um Trojaner. Den Versendern dieser Mail ging es nicht um die Zahlung, sondern um die Verbreitung des Trojaners. Daher gilt:

  • Lassen Sie sich davon nicht verunsichern!
  • Öffnen Sie niemals solche zip-Anhänge
  • Falls Sie den Anhang bereits geöffnet haben, zahlen Sie nicht!
  • Rufen Sie die angegebene teure Rufnummer nicht an und!
  • Löschen Sie E-Mails dieser Art komplett von Ihrem Rechner!

Um eine gefälschte Abmahnung zu erkennen, sollten Sie sich diese zunächst genau betrachten. Folgende Kriterien sind entscheidend:

  • Internetrecherche: Googlen Sie nach der Kanzlei. Handelt es sich um eine bekannte Fake-Kanzlei, werden Sie dementsprechende Suchergebnisse finden. Gibt es sie wirklich, gleichen Sie die Adressen miteinander ab.
  • Telefonnummer: Überprüfen Sie die angegebene Telefonnummer der Kanzlei und fragen Sie nach, ob sie tatsächlich diese Abmahnung verschickt haben.
  • Frist: In Fake-Abmahnungen wird oft Druck durch eine kurze Frist gemacht. Eine Frist von zwei bis drei Tagen ist eher unüblich und lässt auf einen Fake schließen.
  • Hinweis: Im Zweifelsfall sollten Sie immer einen Anwalt aufsuchen oder sich mit der Innung oder der Kammer in Verbindung setzen.
  • Liegt dem Schreiben eine Unterlassungserklärung bei, sollten Sie diese nicht unterschreiben, sondern ebenfalls Rechtsrat einholen.

Bei Rückfragen nehmen Sie gern Kontakt zur Rechtsabteilung der Kammer auf
(rechtsauskunft(at)hwk-luebeck.de oder Tel. 0451 1506-195.