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Fördermöglichkeiten

Karriere machen müssen Sie selbst – beim Antrag auf Förderung helfen wir Ihnen! Auf dieser Seite können Sie sich schon einmal einen Überblick über die verschiedenen Fördermöglichkeiten machen. Bei Fragen nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf – wir erörtern mit Ihnen, welches Förderprogramm für Sie infrage kommt.

 

Überblick über Förderinstrumente

Ansprechpartnerin

Agnes Volmer-Bela

Assistentin der Geschäftsführung

Telefon: 0451 1506-255
Fax: 0451 1506-274
avolmer-bela@hwk-luebeck.de

Meistergründungsprämie Schleswig-Holstein

Foto: Jens Seemann

Wer wird gefördert?

Handwerksmeister

Was wird gefördert?

Die Prämie können Handwerksmeister, die in Schleswig-Holstein ein Handwerksunternehmen neu gründen oder ein bestehendes Handwerksunternehmen übernehmen möchten, in Anspruch nehmen. Voraussetzung ist, dass sie noch nie selbstständig waren. Die Prämie ist ein zweistufiger Zuschuss. Die erste Stufe der Meistergründungsprämie (Basisförderung) umfasst einen Zuschuss von 7.500 Euro. Für die Förderzusagen ist eine fachliche Stellungnahme durch die zuständige Handwerkskammer und die positive Prüfung der Antragsunterlagen durch die IB.SH erforderlich. Die zweite Stufe (Arbeitsplatz- bzw. Ausbildungsplatzförderung) wird ebenfalls als Zuschuss in Höhe von 2.500 Euro gewährt. Die Antragstellung kann drei Jahre nach Gründung bzw. Übernahme und dann innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten direkt bei der IB.SH beantragt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass ein Ausbildungs- oder Arbeitsplatz geschaffen und für mindestens zwölf Monate besetzt worden ist.

Beispiel: Unternehmensgründung als Tischlermeister

Gelungener Start: Im Mai 2020 – also während der Corona-Krise – gründete Tischlermeister Benjamin Moysen (s. Bild oben) in Wedel sein eigenes Unternehmen. „Ich wollte etwas Eigenes aufbauen und wirklich komplett bei null anfangen“, erzählt Moysen. 2019 hatte der Tischler seine Fortbildung zum Meister mit Erfolg abgeschlossen. Die Meistergründungsprämie verschaffte ihm in der Startphase seiner Gründung finanziellen Freiraum. „Ich hatte Kontakt mit der Handwerkskammer aufgenommen und innerhalb kürzester Zeit die Stellungnahme des Betriebsberaters erhalten. Auch von der Investitionsbank gab es eine unmittelbare Rückmeldung. Es lief wirklich alles ganz reibungslos“, so Moysen. „Die Meistergründungsprämie ist deshalb so wertvoll für mich, weil ich dadurch Rücklagen aufbauen kann und meine Liquidität gesichert ist.“

Weiterbildungsbonus

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Wer wird gefördert?

Arbeitnehmer, Auszubildende, Selbstständige

Was wird gefördert?

Der Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein bezuschusst einmalig bis zur Obergrenze von 1.500 Euro 50 Prozent der Seminarkosten. Die andere Hälfte der Kosten zahlt der Arbeitgeber, bei Kleinstunternehmen der Inhaber bzw. der Selbstständige selbst.

Rechenbeispiel: Geprüfter Betriebswirt (HwO), berufsbegleitend

Maurer- und Betonbauermeister, angestellt in einem Bauunternehmen mit 42 Beschäftigten. Sein Bildungsziel: Karriere durch Aufstieg in der Unternehmensführung seines Betriebs. Auch sein Chef hält das für eine hervorragende Idee. Beide stellen den Antrag auf Förderung durch den Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein. Der Maurer- und Betonbauermeister absolviert die Fortbildung zum „Geprüften Betriebswirt (HwO)“ bei der Handwerkskammer Lübeck. Durch die Förderung werden 50 Prozent der Lehrgangskosten übernommen, den Rest finanziert der Arbeitgeber.

  • Gesamtkosten: 4.800 Euro
  • 50 Prozent Zuschuss: - 2.400 Euro
  • 50 Prozent Investition des Arbeitgebers: 2.400 Euro
  • Eigenanteil des Teilnehmers: 0,00 Euro

Bildungsprämie

Foto: fizkes/stock.adobe.com

Wer wird gefördert?

Arbeitnehmer, Arbeitssuchende, Selbstständige

Was wird gefördert?

Die Prämie richtet sich an alle, die sich eigenständig um Weiterbildung bemühen. Sie fördert berufsbezogene Weiterbildung, unabhängig von den Interessen des Arbeitgebers. Für die Förderung stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: der Prämiengutschein und der Spargutschein. Der Prämiengutschein deckt die Hälfte der Kurskosten ab, maximal aber 500 Euro. Berechtigt sind Arbeitnehmer und Selbstständige mit einem zu versteuerndem Jahreseinkommen bis 20.000 Euro (gemeinsam Veranlagte: bis 40.000 Euro). Für Interessierte, die vermögenswirksame Leistungen angespart haben, besteht auch die Möglichkeit dieses Guthaben für Weiterbildung in Form eines Spargutscheins zu verwenden. Die beiden Gutscheine können miteinander kombiniert werden.

Rechenbeispiel: Kommunikation und Konfliktbewältigung

Kauffrau für Büromanagement in einem Holzgroßhandel. Noch vor drei Jahren war die Kauffrau hauptsächlich für die Bearbeitung von Aufträgen und Belegerfassung zuständig. Zunehmend nimmt sie Assistenzaufgaben wahr; hierfür wird aber Routine in schriftlicher und mündlicher Kommunikation gefordert. Sie hat sich daher für die Weiterbildung „Kommunikation und Konfliktbewältigung“ im Fortbildungszentrum der Handwerkskammer Lübeck entschieden. Der Prämiengutschein der Bildungsprämie deckt 50 Prozent der Kosten ab.

  • Gesamtkosten: 399 Euro
  • 50 Prozent Zuschuss: - 199,50 Euro
  • Eigenanteil: 199,50 Euro

Weiterbildungsstipendium

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Wer wird gefördert?

Arbeitnehmer, Arbeitssuchende, Selbstständige

Was wird gefördert?

Gefördert werden Fachkräfte bis 24 Jahre mit einer Berufsabschlussnote von 1,9 oder besser. Das Stipendium, verteilt auf drei Jahre, beinhaltet Zuschüsse von insgesamt 8.100 Euro für beliebig viele förderfähige Weiterbildungen – bei einem Eigenanteil von 10 Prozent je Fördermaßnahme. Förderfähig sind Vorbereitungskurse für den Meister oder Betriebswirt, sowie Seminare zum Erwerb fachübergreifender und sozialer Kompetenzen, zum Beispiel EDV, Rhetorik, Mitarbeiterführung, Konfliktmanagement. Bezuschusst werden: Maßnahmekosten, Fahrtkosten, Aufenthaltskosten, Arbeitsmittel, Prüfungskosten, IT-Bonus von 250 Euro.

Rechenbeispiel: Intensiver Fotoworkshop

Fotografin mit der Note 1,3 wird als beste Absolventin ihres Jahrgangs von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen. Neben den alltäglichen Arbeiten interessiert sie sich für Landschaftsfotografie. Von ihrer Handwerkskammer wird sie informiert, dass sie für das Weiterbildungsstipendium aufgenommen wird. Das ist der Startschuss, ihren Traum vom Reisen und Landschaftsfotografie zu verwirklichen. Sie entscheidet sich als erstes für einen Intensiv-Workshop deutschlandweit. Mit dem Stipendium ist auch die Finanzierung eines Meistertitels drin.

  • Gesamtkosten Fotoworkshop: 899 Euro
  • 90 Prozent Zuschuss: - 809 Euro
  • 10 Prozent Eigenanteil: 90 Euro

Zuständige Stelle:

Handwerkskammer Lübeck

Weitere Infos

Weiterbildungsstipendium

Qualifizierungschancengesetz Anpassungsqualifizierung

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Wer wird gefördert?

Arbeitnehmer, Arbeitgeber

Was wird gefördert?

Übernommen werden Weiterbildungskosten bis zu 100 Prozent. Außerdem gibt es einen Zuschuss bis zu 75 Prozent zum Arbeitsentgelt während der Weiterbildung für den Betrieb. Die Höhe der Förderung ergibt sich vor allem aus der Unternehmensgröße. Die Weiterbildung soll eine zukunftsgerichtete Qualifikation von mindestens 121 Unterrichtseinheiten sein. Pflichtfortbildungen sowie das Nachholen vorausgesetzter Fähigkeiten dürfen nicht berücksichtigt werden. Die Förderung wird ab dem 1. Oktober 2020 weiter angehoben.

Rechenbeispiel: Kompaktkurs AutoCAD 2D und 3D

Tischlermeister in einem Treppenbau-Betrieb mit neun Beschäftigten. Sein Chef, der Betriebsinhaber, kann sich seit längerem vorstellen das Leistungsspektrum seiner Firma zu vergrößern. Da es für ihn zunehmend schwierig wird, geeignete Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zu finden, beschließt er, seine Aufgabe der Entwurfszeichnung mit AutoCAD an seinen engagierten Tischlermeister zu übergeben. Bildungsziel: Gemeinsam entscheiden sie, dass der Tischlermeister an einer umfangreichen Qualifizierung für Auto-CAD inklusive 2D-Zeichnungen und 3D-Visualisierungen teilnimmt.

  • Lehrgangskosten: 2.200 Euro
  • 100 Prozent Übernahme: - 2.200 Euro
  • Arbeitsentgelt während der Weiterbildung für den Arbeitgeber: 75 Prozent

Zuständige Stelle:

Bundesagentur für Arbeit

Aufstiegs-BAföG

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Wer wird gefördert?

Arbeitnehmer, Arbeitssuchende, Selbstständige

Förderbeispiele: Servicetechniker, Meister oder Betriebswirt im Handwerk

Was wird gefördert?

Gefördert werden alle Aufstiegsfortbildungen in Teilzeit sowie Vollzeit, sofern sie einer Fortbildungsstufe oder einem Fortbildungsabschluss in der Handwerksordnung (HwO) zugeordnet werden können. Das Aufstiegs-BAföG fördert durch Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen sowohl die Fortbildungskosten als auch den Unterhalt des Teilnehmers bzw. der Familie. Die zinsgünstigen Darlehen werden durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergeben, die Zinsart ist wählbar: variabel oder fest. Gefördert werden die Fortbildungskosten bei Teilzeit- und Vollzeitfortbildungen sowie der Unterhaltsbedarf bei Vollzeitfortbildungen. Beides wird einkommens- und vermögensabhängig gefördert.

Förderung der Fortbildungskosten:

Lehrgangs- und Prüfungsgebühren:

  • bis zu 15.000 Euro
  • Zuschussanteil 50 Prozent
  • Darlehenserlass bei Prüfungserfolg 50 Prozent
  • Darlehenserlass bei Gründung oder Übernahme mit Azubi oder Vollzeitbeschäftigten 100 Prozent

Materialkosten für das Meisterstück:

  • bis zur Hälfte der Kosten, maximal 2.000 Euro
  • davon als Zuschuss 50 Prozent

Förderung des Unterhaltsbedarfs:

  • Beitrag zum Lebensunterhalt für Teilnehmende bis zu 885 Euro, Zuschussanteil bis zu 100 Prozent.
  • Unterhaltsbeitrag während der Prüfungsvorbereitungszeit auf Darlehensbasis (drei Monate).
  • Aufschlag für Verheiratete/Verpartnerte bis zu 235 Euro, Zuschussanteil 100 Prozent.
  • Aufschlag je Kind je Monat bis zu 235 Euro, Zuschussanteil 100 Prozent.
  • Kinderbetreuungskosten für Alleinerziehende pauschal 150 Euro pro Kind bis zum Alter von 14 Jahren.
  • Einkommensfreibeträge für Teilnehmende 290 Euro; für Ehegatten 570 Euro; für je Kind 520 Euro.
  • Vermögensfreibeträge für Teilnehmende 45.000 Euro; für Ehegatten 2.300 Euro; für je Kind 2.300 Euro.

Rechenbeispiel: Kraftfahrzeugtechniker-Meister

Kraftfahrzeugtechniker-Meister, Vater von zwei Kindern, verheiratet. Sein Bildungsweg: Fortbildungslehrgang (Vollzeit) zum Kraftfahrzeugtechniker in der Berufsbildungsstätte Travemünde mit erfolgreich bestandener Prüfung zum Kfz-Meister. Er plant eine Unternehmensgründung im Handwerk in den nächsten drei Jahren.

Lehrgang:

  • Lehrgangskosten: 7.350 Euro
  • 50 Prozent Zuschuss: - 3.675 Euro
  • Rest: 3.675 Euro
  • 50 Prozent Erlass nach erfolgreich bestandener Prüfung: - 1.837,50 Euro
  • davon Eigenanteil: 1.837 Euro
  • bei Unternehmensgründung Darlehenserlass 100 Prozent: 0,00 Euro

Unterhalt:

  • Bei Vollzeit monatlicher Beitrag 100 Prozent als Zuschuss: 1.594 Euro

Förderung durch die Arbeitsverwaltung

Für Arbeitsuchende besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II oder III gefördert zu werden. Weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten erteilt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter.

Zuständige Stelle:

Bundesagentur für Arbeit