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Langer Winter und Energiepreisschock bremsen Handwerk
Lübeck/Flensburg, 9. April 2026 – Der ungewöhnlich lange Winter sowie drastisch gestiegene Energie- und Materialpreise infolge des Iran-Krieges haben die Handwerkskonjunktur im ersten Quartal 2026 deutlich gebremst.
Wie die aktuelle Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Schleswig-Holstein für den Zeitraum Januar bis März zeigt, bewerten nur noch 34 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut – ein Rückgang um 13 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal. 48 Prozent der Unternehmen schätzen ihre Lage als befriedigend ein, während 18 Prozent von einer schlechten Geschäftslage berichten.
Die Auswirkungen der aktuellen Entwicklungen machen sich vor allem in zentralen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen bemerkbar: So meldete jeder zweite Handwerksbetrieb im ersten Quartal rückläufige Umsätze. Zudem berichteten zwei von fünf Betrieben über sinkende Auftragsbestände.
„Der lange und harte Winter Anfang 2026 hat die Geschäfte vieler Handwerksbetriebe spürbar beeinträchtigt“, erklärt Ralf Stamer, Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein. Besonders betroffen war das Bauhauptgewerbe – knapp jeder dritte Betrieb meldete dort eine schlechte Geschäftslage. Aber auch viele Ausbauhandwerke litten unter witterungsbedingten Verzögerungen: Stillstände auf Baustellen hatten vielfach zur Folge, dass Innenausbauten nicht durchgeführt werden konnten.
Seit Anfang März werden alle Handwerksbetriebe zusätzlich durch die Folgen des Iran-Krieges massiv belastet. Der starke Anstieg der Energiepreise trifft die Betriebe auf verschiedenen Ebenen: Die gestiegenen Kosten für Öl und Erdgas verteuern die Produktion und Fahrten zu den Kunden, während gleichzeitig die Preise für viele Materialien und Vorprodukte durch erhöhte globale Transportkosten deutlich steigen.
„Die Hoffnung, dass wir 2026 nach Jahren der Stagnation erstmals wieder Wirtschaftswachstum in Deutschland haben, wird durch die angespannte weltpolitische Lage erneut getrübt“, so Stamer weiter. Angesichts der bestehenden Herausforderungen fordert der Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein dringend strukturelle Entlastungen für das Handwerk: „Dazu gehören kurzfristig wirksame Maßnahmen wie die im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD zugesagte Senkung der Stromsteuer, aber ebenso die grundlegende Reform der sozialen Sicherungssysteme. Wir brauchen endlich ein tragfähiges Gesamtkonzept, das die Wachstumskräfte der Wirtschaft stärkt und verhindert, dass wir bei jeder neuen Krise aus der Bahn geworfen werden.“
Handwerkskammer Schleswig-Holstein
Die Handwerkskammer Schleswig-Holstein vertritt als Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammer Flensburg und der Handwerkskammer Lübeck die Interessen der 33.000 Handwerksbetriebe mit ihren rund 172.000 Mitarbeitern in Schleswig-Holstein. Sie ist der zentrale Ansprechpartner für alle handwerksrelevanten Themen mit landesweiter Bedeutung. In dieser Funktion formuliert sie Stellungnahmen gegenüber der Landespolitik und -verwaltung, vertritt die Kammern auf Bundesebene und betreibt eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit.