KI generiert: Das Bild zeigt eine Infografik zu den Azubi-Recruiting Trends 2026, die die Marktlage, die hohe Zahl unbesetzter Stellen und den Fokus auf finanzielle Anreize hervorhebt.

Foto: u-form Testsysteme

Azubi Recruiting Trends 2026

Nur noch 29 Prozent der Azubi-Bewerbenden erhalten zwei oder mehr Ausbildungsangebote. Es ist der niedrigste Wert seit Beginn der Messreihe im Jahr 2014. Das ist das Ergebnis der diesjährigen Studie Azubi-Recruiting Trends von der u-form Testsysteme. 

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Marktlage: Weniger Ausbildungsangebote

Im vergangenen Jahr hatte die Studie schon gezeigt, dass im Ausbildungsmarkt wieder stärker Arbeitgeber dominieren. Dieser Trend verstärkt sich in diesem Jahr: Nur noch 29 Prozent der Azubi-Bewerbenden erhalten zwei oder mehr Ausbildungsangebote. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Messreihe 2014 (42 Prozent in 2025; 73 Prozent in 2019; 42 Prozent in 2014). Gleichzeitig konnten jedoch 34 Prozent der befragten Ausbildungsbetriebe 2025 nicht alle ihre Ausbildungsplätze besetzen.

Benefits als Attraktivitätsfaktor?

88 Prozent der jungen Zielgruppe gaben an, dass eine höhere Ausbildungsvergütung „als allgemein üblich“ einen Betrieb für sie attraktiver macht. 35 Prozent der Unternehmen bieten dies an und kommunizieren es auch aktiv – während weitere 23 Prozent es zwar anbieten, aber nicht kommunizieren, weil sie es als selbstverständlich sehen. Aber auch viele weitere Benefits machen Betriebe für die junge Zielgruppe attraktiv, beispielsweise eine Prämie bei bestandener Abschlussprüfung, Zusatzqualifikationen während der Ausbildung, eine Übernahmegarantie nach der Abschlussprüfung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder eine Fahrtkostenübernahme (alle zwischen 74 und 80 Prozent). Etwas weniger wichtig sind Soft Benefits wie Persönliche Paten, Teambuilding-Maßnahmen, kostenlose Getränke/Obst oder kostenfreie Parkplätze (40 bis 49 Prozent).  

KI generiert: Das Bild zeigt eine Infografik über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Azubi-Recruiting und welche Personen Azubis die höchste KI-Kompetenz zuschreiben.

Foto: u-form Testsysteme

Künstliche Intelligenz: Erklärbär vs. Recruiting

85 Prozent der Azubis schätzen sich im Hinblick auf ihre eigenen KI-Kompetenzen als "sehr fit" oder "eher fit" ein. 53 Prozent von ihnen denken, dass Künstliche Intelligenz Ausbildungsthemen "öfter" oder "manchmal" besser erklären kann als die eigenen Ausbilder/innen. An einer KI-Weiterbildung haben allerdings nur 15 Prozent von ihnen teilgenommen. 49 Prozent der Betriebe stellen keine Lernangebote zum Thema KI für Azubis bereit. Was den Recruiting-Prozess anbelangt sieht es „noch“ anders aus: Erst 11 Prozent haben zur Ausbildungsplatzsuche bis dato ChatGPT, Gemini & Co. Genutzt. 69 Prozent der Zielgruppe suchen ihren Ausbildungsplatz heute über Google.

Ausschreibungen: Ausführliche Anforderungsprofile schrecken ab

37 Prozent der Azubi-Bewerbenden bewerben sich erst dann, wenn sie vier oder fünf von fünf in der Stellenanzeige genannten Kriterien erfüllen. Gleichzeitig nehmen 65 Prozent der Betriebe ihren eigenen Anforderungskatalog selbst nicht ernst und priorisieren eher den Gesamteindruck, den sie von den Bewerbenden haben. Bei der Selbstauswahl der Azubi-Bewerbenden gibt es außerdem deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: 42 Prozent der Bewerberinnen nehmen sich selbst aus dem Rennen, wenn sie nicht (fast) alle Kriterien erfüllen. Bei den Männern sind es 32 Prozent. Ausführliche Anforderungskataloge wirken also vor allem als Selektionsfilter gegen Frauen. 

Übrigens: Die Zielgruppe wünscht sich in Stellenanzeigen auch Informationen zu den Perspektiven nach der Ausbildung, zum Ablauf der Ausbildung und zur Ausbildungsvergütung (jeweils über 60 Prozent). Für 57 Prozent der befragten Jungerwachsenen ist auch die gelebte Vielfalt bei der Wahl eines Ausbildungsbetriebes (sehr oder eher) wichtig. Auch Aussagen in Stellenanzeigen halten 40 Prozent der Jungerwachsenen für (sehr oder eher) glaubwürdig.

KI generiert: Das Bild zeigt eine Infografik über die psychische Belastung und den Einfluss von Social Media auf Azubis, basierend auf den Azubi-Recruiting Trends 2026.

Foto: u-form Testsysteme

Psychische Gesundheit: Azubis stärker belastet

In diesem Jahr werfen die Studienverantwortlichen einen besonderen Blick auf das Thema Gesundheit. Im Hinblick auf psychische Gesundheit geben 85 Prozent der befragten Ausbildungsverantwortlichen an, die eigenen Azubis seien stärker psychisch belastet als vor der Coronapandemie. 25 Prozent der Azubis und dual Studierenden haben sich eigenen Angaben zufolge schon einmal wegen psychischer Belastung krankgemeldet, weitere 15 Prozent wegen "familiären oder privaten Problemen". 74 Prozent der Ausbilder meinen, in ihrem Ausbildungsbetrieb werde "sehr gut" oder "eher gut" auf die psychische Gesundheit von Azubis und dual Studierenden geachtet. Bei den Azubis und dual Studierenden sehen das nur 53 Prozent so.

Über die Studie

An der diesjährigen Online-Umfrage haben 9.542 Azubis, dual Studierende und Schüler/innen sowie 2.071 Ausbildungsverantwortliche teilgenommen. Die Azubis Recruiting Trends ist die größte doppelperspektivische Studie Deutschlands zum Thema Ausbildung und Azubi-Recruiting: Sie verbindet die Sicht junger Menschen und die Sicht der Ausbildungsbetriebe. Die Studie wird seit 2013 von der u-form Testsysteme GmbH & Co. KG herausgegeben. Sie wird von der FH Koblenz wissenschaftlich begleitet. Die ganze Studie kann kostenpflichtig auf der Website der u-form Testsysteme GmbH & Co. KG heruntergeladen werden. Teilnehmende Unternehmen erhalten die Studie kostenfrei. Die nächste Umfragephase erfolgt von Januar bis März 2027.