Konjunkturumfrage

"Wir brauchen endlich ein tragfähiges Gesamtkonzept"

Die erste Konjunkturumfrage für die Monate Januar bis März 2026 wurde ausgewertet und die Hoffnung auf einen Wiederaufschwung in der deutschen Wirtschaft ist getrübt. Wie die aktuelle Lage im Handwerk in Schleswig-Holstein ist und welche Forderungen sich daraus ergeben, können Sie hier nachlesen. 

Der lange und harte Wintereinbruch sowie der starke Anstieg der Energie- und Materialkosten, verstärkt durch die aktuelle geopolitische Lage, haben die Handwerkskonjunktur deutlich gebremst. Für den Zeitraum Januar bis März 2026 gaben 34 Prozent der Betriebe eine gute, 49 Prozent eine befriedigende und 17 Prozent eine schlechte Geschäftslage an. Im Vergleich zum Vorquartal (47 Prozent, 38 Prozent und 15 Prozent) und Vorjahresquartal (43 Prozent, 40 Prozent und 17 Prozent) zeigt sich eine klare Abwärtsbewegung.

Die Geschäftslage wird je nach Gewerbegruppe unterschiedlich wahrgenommen. Während die Ausbauhandwerke vergleichsweise gut abschnitten, verzeichnen das Bauhauptgewerbe sowie die Gesundheits- und Nahrungsmittelhandwerke die höchsten Anteile an Betrieben mit schlechter Geschäftslage. Gründe für diese Einschätzung sind unter anderem die Folgen des Iran-Krieges. Der starke Anstieg der Energiepreise verteuert die Produktion und auch die Fahrten zu Kunden, während gleichzeitig die Preise für Materialien und Vorprodukte durch erhöhte globale Transportkosten ebenfalls deutlich gestiegen sind. Auch fehlen den Betrieben der angekündigte Bürokratieabbau und der Fachkräftemangel wird bei vielen deutlich spürbarer.  

Viele Betriebe geben an, dass sich auch ihre Umsatzlage verschlechtert hat. 47 Prozent (Vorquartal: 27 Prozent) berichten von rückläufigen Umsätzen sowie weiter sinkende Auftragsbestände (39 Prozent, Vorquartal: 33 Prozent). Hier zeigen sich im Gegensatz zum Vorquartal deutliche Verschlechterungen. Die Reaktionen darauf sind Reduzierungen bei Investitionen (35 Prozent, Vorquartal: 29 Prozent). Im Gegensatz dazu zeigen sich die Beschäftigtenzahlen weitestgehend stabil (72 Prozent, Vorquartal: 72 Prozent).  

Kammerpräsident Ralf Stamer findet aufgrund der aktuellen Situation klare Worte: "Die Hoffnung, dass wir 2026 nach Jahren der Stagnation erstmals wieder Wirtschaftswachstum in Deutschland haben, wird durch die angespannte weltpolitische Lage erneut getrübt." Er fordert, dass strukturelle Entlastungen für das Handwerk wirksam gemacht werden: "Es gehören kurzfristig wirksame Maßnahmen wie die im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD zugesagte Senkung der Stromsteuer, aber ebenso die grundlegende Reform der sozialen Sicherungssysteme dazu. Wir brauchen endlich ein tragfähiges Gesamtkonzept, das die Wachstumskräfte der Wirtschaft stärkt und verhindert, dass wir bei jeder neuen Krise aus der Bahn geworfen werden.“

Für das nächste Quartal erwarten mehr als die Hälfte der Handwerksbetriebe keine Veränderung, knapp ein Drittel eine Verbesserung und nur 16 Prozent eine Verschlechterung der Geschäftslage.

Als Handwerkskammer Lübeck beobachten wir diese Entwicklungen aufmerksam und werden Sie weiterhin umfassend unterstützen.

KI generiert: Das Bild zeigt ein gestapeltes Balkendiagramm zur Einschätzung der Geschäftslage und -erwartungen in den Jahren 2025 und 2026, unterteilt in die Kategorien "gut", "befriedigend" und "schlecht".

Geschäftslage und -erwartungen ausgehend von Quartal I/2026
Abbildung: HWK Lübeck

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Michael Saß Wirtschaftspolitischer Referent Telefon 0451 1506-210 msass@hwk-luebeck.de