Konjunkturumfrage
"Vom Ankündigungs- in den Umsetzungsmodus"
Die aktuelle Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Schleswig-Holstein für das zweite Quartal 2026 zeigt ein gemischtes Bild für das Handwerk. Es gibt zwar eine leichte Verbesserung, jedoch ist noch keine grundlegende Erholung in Sicht.
Im Vergleich zum ersten Quartal 2026 hat sich die Geschäftslage in den Betrieben um sieben Prozentpunkte verbessert. Rund 41 Prozent der befragten Betriebe bewerten ihre Lage als gut, während 45 Prozent sie als befriedigend einstufen. Besonders im Bauhauptgewerbe und im Ausbauhandwerk ist wieder spürbar, dass die Bautätigkeit nach dem langen Winter und dem massiven Energiepreisanstieg infolge des Nahost-Krieges wieder anzieht. Die Aufwärtstendenz bedeutet allerdings keine Rückkehr zur besseren Vorjahreskonjunktur – im zweiten Quartal 2025 hatte schließlich noch fast jeder zweite Handwerksbetrieb von einer guten Geschäftslage berichtet.
Die Herausforderungen bleiben bestehen
Trotz der saisonalen Verbesserung bleibt das wirtschaftliche Umfeld schwierig. Fast jeder dritte Betrieb gibt an, sinkende Umsätze und schrumpfende Auftragsbestände zu haben. Der Grund dafür sind vor allem die massiv gestiegenen Preise für Energie, Materialien und Vorprodukte. Diese Kosten sorgen dafür, dass viele Kunden derzeit zögern, neue Aufträge zu vergeben.
Zudem trüben zwei weitere Faktoren die Hoffnung auf Besserung. Die steigenden Sozialversicherungsbeiträge belasten sowohl die Betriebe als auch die Beschäftigten gleichermaßen und der wachsende Verwaltungsaufwand bindet wertvolle Ressourcen, die in den Betrieben eigentlich für die Arbeit am Kundenauftrag fehlen.
Taten statt Worte
Kammerpräsident Ralf Stamer betont in Hinblick auf die Ergebnisse, dass zwar das neue Reformpaket der Bundesregierung zur Wachstumsförderung wichtig sei, sieht darin aber noch keine vollständige Lösung und fordert deshalb Taten: „Wir begrüßen, dass die Bundesregierung Anfang Juli ein Gesamtpaket für wachstumsfördernde Reformen in Deutschland beschlossen hat und erwarten, dass sie ihren jetzt eingeschlagenen Reformkurs konsequent fortsetzt. Die Politik muss jetzt schnell vom Ankündigungs- in den Umsetzungsmodus kommen. Die Geduld der Betriebe ist ausgereizt.“

Geschäftslage und -erwartungen ausgehend von Quartal II/2026
Abbildung: HWK Lübeck
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