Konjunkturumfrage im dritten Quartal 2026
Vager Aufwärtstrend bei anhaltendem Kostendruck
Der aktuelle Konjunkturbericht der schleswig-holsteinischen Handwerkskammern zeigt: Die Geschäftslage im Handwerk stabilisiert sich leicht, doch die Erwartungen bleiben aufgrund hoher Kosten und sinkender Auftragsbestände vorsichtig.
Ein vorsichtiger Optimismus lässt sich in den Zahlen in der Konjunkturumfrage des dritten Quartals 2026 ablesen. Der Anteil der Handwerksbetriebe, die ihre aktuelle Geschäftslage als gut bewerten, ist gegenüber dem Vorquartal um drei Prozentpunkte auf 44 Prozent gestiegen. Dennoch bleibt das Bild ambivalent, da gleichzeitig 13 Prozent der befragten Betriebe eine schlechte Lage melden.
Herausfordernde Kostenstruktur belastet die Betriebe
Ein dauerhafter Aufschwung ist derzeit nicht in Sicht, da die Erwartungen für das kommende Quartal eher zurückhaltend ausfallen. 60 Prozent der Betriebe rechnen mit einer gleichbleibenden Lage, während 25 Prozent sogar mit einer Verschlechterung rechnen.
Hintergrund dieser Skepsis ist der anhaltende Kostendruck. In fast allen Gewerken treffen die Betriebe die hohen Preise für Energie, Vorprodukte sowie Baustoffe. Die Folgen sind in den betriebswirtschaftlichen Indikatoren deutlich sichtbar: 31 Prozent der Betriebe melden sinkende Auftragsbestände, 28 Prozent verzeichnen rückläufige Umsätze und 36 Prozent haben ihre Investitionen reduziert. Zudem führt die zunehmende Kaufzurückhaltung privater Haushalte dazu, dass Aufträge in vielen Bereichen verschoben oder gestrichen werden.
Forderung nach verlässlichen Rahmenbedingungen
Auch im Bereich des Wohnungsbaus bremsen hohe Bau- und Finanzierungskosten die Bautätigkeit. Die von der Politik angekündigten Entlastungen, etwa beim Bürokratieabbau oder bei der Stromsteuer, werden in der Branche noch nicht in ausreichendem Maße gespürt.
Ralf Stamer, Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, betont die Notwendigkeit von Planungssicherheit: „Die Handwerksbetriebe erwarten einen deutlicheren politischen Rückenwind.“ Daher fordert die Handwerkskammer wettbewerbsfähige Energiepreise, niedrigere Lohnzusatzkosten und eine konsequente Umsetzung der angekündigten Reformen, um den Betrieben wieder mehr Sicherheit für die Zukunft zu geben.

Geschäftslage und -erwartungen ausgehend von Quartal III/2026
Abbildung: HWK Lübeck
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